Bundesliga

Stuttgart mit Köpfchen

Nutzte als erster Stuttgarter die Birne zum Torerfolg: Cacau
Der VfB Stuttgart bewies, dass er auch ohne den verletzten Goalgetter Mario Gomez Tore machen kann. Bochum, Dortmund und Cottbus belegten mit unerwartet klaren Auswärtssiegen ein weiteres Mal die Unberechenbarkeit der Liga in dieser Saison. Falko Götz zollte dieser Entwicklung Tribut: Der Berliner Coach musste als zehnter Übungsleiter vorzeitig eine andere Herausforderung suchen gehen.

„Die Weltklasse-Aktionen von Marcelinho haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, hatte 05-Coach Jürgen Klopp den „Schuldigen“ für die 2:3-Auswärtsniederlage in Wolfsburg ausgemacht. Mainz purzelte nach seinem fulminanten Zwischenspurt, der das Team zwischenzeitlich von Platz 18 auf 10 hoch katapultiert hatte, nach zuletzt drei Niederlagen am Stück zurück in die Abstiegsränge. Gladbach (0:2 bei Schalke) und Bielefeld konnten sich tabellarisch nicht verbessern, blieben somit die beiden anderen Klubs auf den Schleudersitzen. Das 1:1-Remis der Arminia bei Hertha BSC führte indes dazu, dass in Berlin der Trainerstuhl von Falko Götz zum Schleudersitz wurde. Nebst Co-Trainer Andreas Thom musste Götz die Koffer packen; die Ausbeute von nur zwei Punkten aus den letzten acht Spielen zog die Hertha mitten in den Abstiegssumpf von zwölf involvierten Vereinen. Karsten Heine, zuvor Trainer von Hertha II, übernahm die Bundesligaelf. Ein unglücklicher Zusammenprall zwischen Frankfurts Schlussmann Oka Nikolov mit seinem Teamkollegen Christoph Preuß führte zu einer klaffenden Risswunde am Oberschenkel des Mittelfeldspielers, der umgehend in einer Notfall-Klinik operiert wurde. Die 1:3-Heimniederlage gegen Cottbus machte den Nachmittag für die Eintracht vollends zum Desaster, nur ein Pünktchen bewahrte die Hessen vor dem Abrutschen auf Rang 16. Beeindruckende Vorstellungen gaben Borussia Dortmund und der VfL Bochum, die sich mit torreichen Auswärtssiegen bessere Chancen auf den Klassenerhalt verschafften. Im Duell der traditionell schwarz-gelb gewandeten Klubs haute der BVB bei Alemannia Aachen (Michael Frontzeck: „Das war ein richtiges Scheißspiel“) einen hoch verdienten 4:1-Erfolg raus, derweil der VfL Bochum Bayer Leverkusen mit einer frühen 3:0-Führung (Endstand 4:1 für den VfL) den Zahn zog und sich mit drei Punkten im Gepäck zufrieden aus der BayArena verabschiedete.

Die vier Anwärter auf den Titel und die CL-Plätze durften allesamt mit ihren Resultaten zufrieden sein, der VfB Stuttgart obendrein mit einer Galavorstellung beim Hamburger SV, der zuvor sieben Mal in Serie ungeschlagen blieb. Als Roberto Hilbert zum 3:0-Zwischenstand (Endstand 4:2 für den VfB) getroffen hatte, drehte er jubelnd ab und schlug die Hand immer wieder gegen die Stirn: Wie zuvor Cacau und Sami Khedira hatte er per Kopf getroffen. Dem wollte Fernando Meiro nicht nachstehen - sein 4:0-Treffer entsprang ebenfalls reinster Kopfarbeit. HSV-Coach Huub Stevens schüttelte sein Haupt darob: Vier Gegentore mit dem Kopf dürfen natürlich nie passieren, das hat etwas mit dem geistigen Zustand zu tun.“ Die Köpfe von Werder Bremens Profis waren am Sonntag mit den Gedanken belastet, dass tags zuvor alle Konkurrenten gewonnen hatten. Neben Stuttgart holte sich auch der FC Bayern drei Auswärtszähler (2:1 in Hannover), derweil Schalke den Vergleich Tabellenführer gegen Schlusslicht mit 2:0 für sich entschieden hatte. Ein verdienter Triumph, den die Gäste aus Mönchengladbach kaum gefährden konnten. Bremen rundete den Erfolg der Topteams schließlich mit einem Dreier gegen Nürnberg ab (1:0, Rosenberg), der allerdings sehr zäh errungen wurde.

André Schulin
Begegnungen
  1:2(1:0)  
  1:4(0:1)  
  2:4(0:3)  
  2:0(0:0)  
  3:2(1:1)  
  1:1(0:1)  
  1:3(0:0)  
  1:0(0:0)  
  1:4(0:3)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

33
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
358.500

Durchschnitt
39.833
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Ich kann nach so einer Saison den Verein nicht verlassen.

— Clemens Fritz zur Vertragsverlängerung anstelle des geplanten Karriereendes