Bundesliga

3:1 für die Underdogs

Nutzte zwei ruhende Bälle, die BVB-Seele zu beruhigen: Alexander Frei
Die oberen Vier sahen sich allesamt mit Gegnern konfrontiert deren Klassenerhalt noch in Frage stand. Schalke, Bremen und München scheiterten in diesen Vergleichen, nur Stuttgart behielt die Nerven und holte die Punkte. Hertha, Cottbus und Hannover legten die Abstiegssorgen zu den Akten. Gladbach auch...

Als Schalkes Auswärtsserie in Bochum im Freitagsspiel riss - zuletzt hatten die Knappen vier Siege und ein Remis beim Pottrivalen eingespielt - flaggte S04 Halbmast. „Nun gehe ich davon aus, dass wir am Sonntag nicht mehr Erster sind“, erklärte ein blasser Mirko Slomka. Schalke hatte nach gutem Beginn den straffen Faden verloren, Bochum wand sich aus der Umklammerung und kam zu einem verdienten 2:1-Erfolg. Eine Steilvorlage für die Bremer, die am Sonntag mit einem Sieg in Bielefeld neuer Tabellenführer geworden wären - wenn denn das Nervenkostüm mitgespielt hätte. Tat es aber nicht. Die Grün-Weißen vermochten aus ihrer Überlegenheit kein Kapital zu schlagen, derweil die Arminia engagiert zu Werke ging und mit effizienter Chancenverwertung die Gäste unter Druck setzte. Zweimal konnte Werder nachziehen - auf den 3:2-Treffer Eiglers blieb die Antwort aus. Schalkes Tabellenführung bestand somit fort, allerdings ein wenig geschrumpft, da der VfB Stuttgart sich bis einen Zähler heran schob und die Bremer vom zweiten Platz verdrängte. Der nüchterne 1:0-Auswärtssieg der Schwaben in Mönchengladbach verschaffte den Gastgebern die Gewissheit des zweiten Bundesligaabstieges, nach 1999. Die letzte Gewissheit, die laufende Spielzeit als völlig verkorkst einzuordnen, erhielt der FC Bayern bei der 1:2-Heimpleite (die zehnte Saisonniederlage) gegen den Hamburger SV. Ottmar Hitzfelds Worte klangen drei Spieltage vor Schluss wie eine finale Distanzierung: „Alle unsere Kraft setzen wir darauf, in der neuen Saison eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die mit dieser nichts mehr zu tun hat.“

Kaum auf der sicheren Seite, orientierte sich 96-Coach Dieter Hecking schon nach vorn: „Nun können wir mit einem Blick sogar nach Europa schielen“, meinte er nicht zu Unrecht, nachdem der 2:1-Sieg der Niedersachsen in Mainz die rechnerische Sicherheit des Klassenerhalts brachte. Auch für die ebenfalls mit 41 Punkten ausgestatteten Klubs aus Cottbus (2:1 gegen Leverkusen) und Berlin (4:0 in Aachen) war Entspannung pur angesagt. Dortmunds fünfter Heimsieg stand ganz im Zeichen von Mittelstürmer Alexander Frei, dessen zwei entscheidende Freistoßtreffer gegen Frankfurt die schwarz-gelben Perspektiven rosig einfärbte. Das schmale Zwei-Punkte-Brett zu den Abstiegsrängen aus der Vorwoche wurde durch einen Fünf-Zähler-Balken ersetzt. Neben der Frankfurter Eintracht (von Rang 14 auf 15) musste auch der VfL Wolfsburg (1:1 in Nürnberg) eine Verschlechterung in der Tabellenplatzierung akzeptieren, konnte aber den Abstand zu Rang 16 auf drei Zähler ausbauen. Mainz (Jürgen Klopp: „Das Thema Klassenerhalt ist für uns noch nicht erledigt“) und Aachen verharrten im roten Bereich, mit rechnerisch noch intakten Möglichkeiten, den Abstieg zu vermeiden.

André Schulin
Begegnungen
  2:1(2:1)  
  1:2(1:0)  
  0:4(0:1)  
  0:1(0:0)  
  1:2(0:1)  
  2:0(1:0)  
  1:1(1:1)  
  3:2(1:0)  
  2:1(1:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

26
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
361.800

Durchschnitt
40.200
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Druck hat man im Fußball doch immer. Es sei denn, man ist Spieler bei Bayern München, und es ist der letzte Spieltag.

— Benjamin Uphoff / KSC