Bundesliga

Aus dem Dreikampf wurde ein Duell

Half vor seinem Abschied nach Liverpool noch mit, Bayer in den Uefa-Cup zu hieven: Andrej Voronin
Von den drei Titelkandidaten schaffte es nur der VFB Stuttgart, Reserven frei zu machen und sich so die beste Ausgangsposition zu verschaffen. Schalke rutschte aus, Werder ganz raus. Im Abstiegskampf fielen die Würfel gegen Mainz und Aachen. Leverkusen hisste die Uefa-Cup-Flagge.

„Die Bundesliga-Saison war kurios genug, vielleicht bleibt sie kurios.“ Die vage Hoffnung, dass sich am letzten Spieltag nochmals das Blatt wenden könnte, war alles, was Schalke-Trainer Mirko Slomka als Fazit des Spieltages blieb. Die Königsblauen hatten in Dortmund enttäuscht, waren - ohne echte Torchance - dem Schwarz-Gelben Lokalrivalen mit 0:2 unterlegen und büßten die seit dem 20. Spieltag gehaltene Tabellenführung ein. Tristesse auch in Bremen. Farblose Werderaner nahmen im Weserstadion eine unerwartete 1:2-Pleite gegen Frankfurt hin, die das Aus im Titelrennen bedeutete. „Es tut mir für die Fans Leid, dass wir nie zu unserem Spiel gefunden haben“, richtete der auf der Bank ob des hilflosen Handelns seiner Elf gemarterte Trainer Thomas Schaaf eine Entschuldigung in Richtung Anhang. Anlass zu Freudensprüngen hatten im Titelkampf ausschließlich die Stuttgarter, die in Bochum bravourös zweimal einen Rückstand egalisierten und Dank Cacau sogar den 3:2-Sieg erkämpften. Die Schwaben besetzten erst zum zweiten Mal in der Spielzeit den Spitzenplatz, verschafften sich aber allerbeste Perspektiven, diesen auch nach dem 34. Spieltag zu halten. „Wir werden vernünftig und konzentriert arbeiten, das haben wir schon die ganze Saison geschafft“, war Armin Veh zuversichtlich, die Spannung hoch zu halten. Das missglückte eindeutig den Lausitzern, die in einem Spiel ohne elementare Bedeutung dem FC Bayern mit 0:3 unterlagen. Ottmar Hitzfeld hatte von seinen Spielern bei den beiden letzten Saisonauftritten Wiedergutmachung gefordert, nachdem, so Hitzfeld: „Wir in der Vergangenheit berechtigterweise viel Prügel einstecken mussten.“

Prügel kassierte Aachen in den letzten Minuten eines Spiels, das die Weichen auf Abstieg stellte, aber nicht böse hätte enden müssen. Bis zur 83. Minute führte der Aufsteiger gegen Wolfsburg mit 2:0 - ein Zwischenstand, der die Gäste an den Rand des Abgrunds stellte. „Dann haben wir leider zweimal nicht aufgepasst“, räumte Michael Frontzeck ein. Verhängnisvolle Aussetzer, denn dem VfL reichte das im Schlussspurt durch Lamprecht und Klimowicz vollendete 2:2-Remis, um mit drei Zählern Vorsprung sowie einem sehr komfortablen Torverhältnis vor der Alemannia den 15. Platz zu verteidigen. Das Ergebnis aus Aachen war zudem von entscheidender Bedeutung für Mainz: Es besiegelte den Abstieg der 05er, deren 3:0-Erfolg gegen Mönchengladbach nur noch statistischen Wert hatte. Im Gerangel um die UI-Cup-Teilnahme blieben Dortmund und Hannover, mit jeweils 44 Punkten, erste Anwärter auf den freien Platz. Aber auch der Hamburger SV (2:0 in Nürnberg), Bielefeld (3:1 gegen Hannover) und der VfL Bochum, mit jeweils 42 Zählern auf dem Konto, durften noch hoffen. Leverkusen machte mit seinem 3:2-Auswärtserfolg in Berlin die Uefa-Cup-Teilnahme dingfest, weshalb Michael Skibbe generös schon vor dem letzten Spieltag Bilanz zog: „Wir haben eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen hinter uns.“

André Schulin
Begegnungen
  0:3(0:2)  
  0:2(0:2)  
  2:0(1:0)  
  2:3(1:2)  
  2:3(2:1)  
  3:0(2:0)  
  3:1(2:1)  
  1:2(1:1)  
  2:2(0:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
837
Tore pro Spiel
2,74
  •  1,46 Heim
  •  1,27 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

77 %
Über 2,5

53 %
Über 3,5

30 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

31
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
346.100

Durchschnitt
38.456
Tore pro Spieltag in der Saison 2006/2007

News zum Spieltag

Wer so doof ist, gehört nicht in die Bundesliga.

— Eduard Geyer über seinen Mittelfeldspieler Laurentiu Reghecampf