Bundesliga 2007/2008 - 23. Spieltag - Sa., 08.03.2008 - 15:30 Uhr
6:3
HZ - 2 : 1
Mario Gómez (20', 43', 65'), Cacau (66', 87'), Per Mertesacker (84', Eigentor)

Toreschießen leicht gemacht

Durfte sich drei Treffer und einen Assist gutschreiben: 
<br>Mario Gomez

Durfte sich drei Treffer und einen Assist gutschreiben:
Mario Gomez

Durfte sich drei Treffer und einen Assist gutschreiben:
Mario Gomez

Weil die Stuttgarter zur Pause mit 2:1 in Front lagen, überließen sie nach dem Wechsel den Gästen das Feld. Werder, das schon im ersten Durchgang einige Unsicherheiten in der Abwehr offenbart hatte, ließ sich gnadenlos auskontern und kassierte eine deftige 3:6-Schlappe. Damit hatten die zweitplatzierten Hanseaten bereits sieben Punkte Rückstand auf den siegreichen FC Bayern.

Das muntere, äußerst unterhaltsame Treiben begann in der neunten Minute, als der ungedeckte Bremer Hugo Almeida eine Flanke seines Sturmpartners Rosenberg am zweiten Pfosten gegen die Laufrichtung von VfB-Keeper Ulreich ins lange Eck einköpfte. Die Schwaben hinterließen einen wackeligen Eindruck, kamen aber gleich mit ihrem ersten vernünftigen Angriff zum überraschenden Ausgleich: Marica bediente per sehenswertem Absatzzuspiel Mario Gomez, der die Kugel an Schlussmann Wiese vorbeilegte und mit dem rechten Schlappen vollendete (20.). An den Stuttgarter Unsicherheiten im Defensivverhalten änderte das Erfolgserlebnis freilich nichts. Almeida, der zunächst mit einem satten Versuch aus spitzem Winkel die Latte traf (21.) und 120 Sekunden später nach einer feinen Vorarbeit von Diego-Vertreter Özil an Ulreich scheiterte, konnte aus den Nachlässigkeiten jedoch kein Kapital schlagen. VfB-Coach Armin Veh reagierte und schickte Hilbert für da Silva auf den Rasen (27.). Tatsächlich standen die Hausherren nun etwas sicherer und hätten in der 30. Minute sogar in Führung gehen können, als Gomez ein Laufduell gegen den schon beim 1:1 schlecht positionierten Naldo gewann, anschließend jedoch genau auf Wiese schoss. Zwei Minuten vor der Pause hatte der Nationalstürmer dann aber mehr Fortune. Weil alle Bremer Feldspieler bei einer Ecke in die gegnerische Hälfte aufgerückt waren, hatte der durchgestartete Bastürk jede Menge Platz zum Kontern und legte quer auf den mitgelaufenen Gomez, der das ungenaue Zuspiel des Türken gerade noch erreichte und einlochte.

Mit dem Vorsprung im Rücken zog sich der VfB nach dem Seitentausch weit zurück und ließ die ohnehin spielbestimmenden Norddeutschen anrennen. Besser funktionierte die Hintermannschaft des Meisters aber auch nach dieser Maßnahme nicht. Stattdessen kam Werder zu vielversprechenden Gelegenheiten durch Almeida, der jedoch aus 20 Metern knapp verzog (53.) und eine Flanke des eingewechselten Hunt über den Kasten köpfte (59.). Abgebrühter war eine Minute darauf Sebastian Boenisch. Der agile Ex-Schalker zog von der linken Seite nach innen und hielt drauf – Delpierre fälschte die Kugel unhaltbar in die Maschen ab. Im weiteren Verlauf wurde dann, wie schon beim 2:1, der Nachteil der Bremer Spielphilosophie sichtbar: Die Schaaf-Elf suchte konsequent den Weg nach vorne, vergaß dabei aber die Abwehrarbeit. So gingen die Schwaben binnen 120 Sekunden durch Gomez, der einen Spielzug über Magnin und den neu in die Partie gekommenen Cacau krönte (65.), und den vom dreifachen Torschützen in Szene gesetzten Cacau (66.) mit 4:2 in Führung. Damit war das letzte Wort aber noch lange nicht gesprochen, denn in der 77. Minute stellte Markus Rosenberg mit einem Zwölf-Meter-Schuss den Anschluss her. Als Bremens Innenverteidiger Per Mertesacker sieben Zeigerumdrehungen später nach einer flachen Hereingabe Magnins von Teamkamerad Fritz angeschossen wurde und der Ball über die Linie trudelte, war die Spannung allerdings wieder dahin und die Entscheidung gefallen. Nachdem Cacau den 6:3-Endstand markiert hatte (87.), setzte Mertesacker mit einer Notbremse gegen Gomez und der daraus resultierenden Roten Karte den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Fußballspiel (89.).

Christian Brackhagen

Ich war extra in der Bibliothek und habe das Buch gesucht: 'Wie schlägt man den FC Bayern?' Ich habe es nicht gefunden.

— Pal Dardai