Bundesliga

Titelerfolg für ein Überraschungsteam

Mit 28 Treffern Torschützenkönig der Saison 2008/09: Grafite
Felix Magath wurde von seiner Mannschaft nass gemacht - womit er allerdings ganz gewiss gut leben konnte. Die Bierduschen für den Meistertrainer waren gleichbedeutend mit der Taufe Wolfsburgs als jüngstes Mitglied im Klub der Bundesliga-Titelträger.

„Geglaubt habe ich das vor der Saison ehrlich gesagt nicht. Aber wenn man die gesamte Saison betrachtet, dann kann man sagen, dass wir sicherlich verdient Deutscher Meister geworden sind“, rekapitulierte der scheidende Übungsleiter. Dieser Ansicht pflichteten die Konkurrenten in ihren Glückwünschen bei, denn die Wölfe konnten nicht nur die meisten Siege (21) des Klassements einfahren, sie überzeugten auch mit ihrer offensiven Spielweise (80 Tore) und den trefflichen Stürmern Grafite (28 Tore) und Dzeko (26), die mit ihrer Ausbeute als bestes Angriffsduo der Bundesliga Geschichte machten. Und dass ein Klub, der zur Halbserie den neunten Rang belegte, sich noch den Titel holte, war zuvor auch noch nicht passiert. Hinserien-Meister Hoffenheim belegte im Umkehrschluss zwar nicht den neunten Rang, kam aufgrund der zahlreichen Ausfälle in der Endabrechnung aber nur auf den siebten Platz. „Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen sind ein toller Abschluss für uns“, sah Ralf Rangnick jedoch ein versöhnliches Finish des Überraschungsteams der ersten 17 Spieltage. Für Schalke, Bremen und Leverkusen - letztgenannte Klubs noch mit der Chance im DFB-Pokalfinale - brachte der abschließende Spieltag nochmals die Bestätigung, dass man in der Meisterschaft dieser Saison nicht zu den Topteams zu zählen war.

Borussia Dortmund, die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen (5), brachte sich mit einer zu zögerlichen Vorstellung im Gladbacher Borussia-Park (1:1) um die Chance, im Endspurt noch auf den Europa-League-Zug aufzuspringen. „Die Enttäuschung ist riesengroß…“, machte Jürgen Klopp keinen Hehl aus seinen Empfindungen. Der Hamburger SV, Last-Minute-3:2-Sieger in Frankfurt, kam mit einem blauen Auge und dem internationalen Startplatz davon. Ähnliches galt für die Hertha, die beim 0:4-Debakel in Karlsruhe eine denkbar schlechte Figur machte, im krassen Gegensatz zu den abgestiegenen Badenern mit Platz 4 aber immerhin eine wirklich vorzeigbare Gesamtbilanz ausweisen konnte. Zufrieden war man letztlich auch in München, wo der 2:1-Erfolg über den VfB den Gastgebern die direkte Champions-League-Teilnahme sicherte und für die Stuttgarter den Qualifikationsrang 3 einbrachte. Dem Treffen des 1. FC Köln gegen den VfL Bochum (1:1) wohnte keine signifikante Bedeutung mehr bei, deshalb konnte die Verabschiedung des langjährigen Geißbock-Akteurs Matthias Scherz als Motto des Spiels in die Annalen eingehen. Die Brennpunkte in Sachen Klassenerhalt und Abstieg waren in Karlsruhe, Bielefeld und Cottbus angesiedelt. Der KSC ging mit der schlechtesten Ausgangsposition in die letzte Runde und fiel deshalb trotz seines Kantersieges gegen Berlin durch die Maschen. Bielefeld (2:2 gegen Hannover) fehlte am Ende ein einziges, weiteres Tor - das im Spielverlauf durchaus machbar gewesen wäre - sich in die Relegation zu retten. Cottbus brachte die erforderliche Energieleistung, die zumindest zur Chance auf den Klassenerhalt reichte. Leverkusens Schwäche - auch durch Vidals Platzverweis bedingt - nutzten die mit einem starken Schlussmann Tremmel aufwartenden Lausitzer zu einem 3:0-Erfolg - dem Ticket zum Duell mit dem Zweitligadritten Nürnberg.

André Schulin
Begegnungen
  5:1(3:1)  
  2:3(0:1)  
  2:1(1:0)  
  3:0(0:0)  
  2:2(1:0)  
  4:0(2:0)  
  1:1(1:1)  
  1:1(0:0)  
  2:3(2:1)  
Die Spiele der Relegation zur Bundesliga 2008/2009
  0:3(0:1)  
  2:0(2:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
169
Tore gesamt
894
Tore pro Spiel
2,92
  •  1,70 Heim
  •  1,22 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

81 %
Über 2,5

56 %
Über 3,5

33 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

34
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
394.300

Durchschnitt
43.811
Tore pro Spieltag in der Saison 2008/2009

News zum Spieltag

Wir wissen alle, dass Mario nicht gesagt hat, was er gesagt hat, was er gesagt haben soll, dass er es gesagt hat.

— Berti Vogts