Bundesliga

Würdiger Start des Meisters

Zelebrierte zwei Traumtore innerhalb weniger Sekunden: Mimoun Azaouagh
Unterhaltsam war´s. Auf den meisten Plätzen spielte sich zum Saisonstart bereits Ansehnliches auf dem grünen Rasen ab. Knalleffekte (in Bochum), Überraschungen (in Bremen) und ein starker Wolfsburger Meister sorgten trotz der breitgewalzten Terminansetzungen für einen sportlich gelungenen 1. Spieltag.

Dass Titelverteidiger VfL Wolfsburg aufgrund seiner starken Vorstellung und des 2:0-Erfolges über Stuttgart gleich wieder an die Ligaspitze stürmte scheint angebracht. Zwangsläufig rutschte der VfB als Unterlegener ans Tabellenende - das wiederum wurde den Schwaben nicht gerecht, die viel zum guten Niveau des Saison-Eröffnungsspiels beitrugen. Naturgemäß geht dem Tabellenstand nach dem ersten Spieltag ohnehin eine verbindliche Aussagekraft ab; erste Eindrücke ließen jedoch Hoffnungen auf eine ähnlich spannende Saison wie im Vorjahr zu. Unerwartet entpuppte sich der Vergleich der Westklubs Bochum und Mönchengladbach zum größten Spektakel des Spieltags. Dem zunächst verblüffend souveränen Auftritt die Gäste, der in eine scheinbar sichere 3:0-Halbzeitführung mündete, setzte der VfL Bochum eine Reaktion entgegen, die das nach 45 Minuten konsternierte Heimpublikum schlagartig aus der Depression riss. „Das war ein kurioses Spiel“, lautete der noch untertriebene Kommentar von MG-Coach Michael Frontzeck. Zwei nahezu identische Treffer Azaouaghs innerhalb von 48 Sekunden - jeweils nach Zuspiel durch Sestak - belebten Bochums Elf und bereiteten den Weg zum 3:3-Endstand. Eintracht Frankfurt glückten, wie Gladbach, ebenfalls drei Auswärtstore. Michael Skibbe durfte sich somit über einen gelungenen Trainereinstand bei den Hessen freuen, denn die enttäuschenden Bremer Gastgeber brachten den Ball nur zweimal im Kasten des Gegners unter. Mit einer Heimpleite ging auch Aufsteiger 1. FC Nürnberg in die Saison. Fast schon traditionell überließ man den Schalkern das bessere Ende, deren neuer Trainer Felix Magath den 2:1-Sieg relativierte: „Ich bin froh, dass wir diese Partie gewonnen haben. Ich bin aber darüber nicht besonders glücklich. Das Spiel von uns war nicht gut.“

Keineswegs froh und glücklich waren die meisten Angehörigen des Leverkusener Trosses, die nur einen Punkt aus dem Gastspiel beim Neuling Mainz 05 mitnahmen. Trainer Jupp Heynckes reduzierte das Zustandekommen des 2:2-Remis´ auf die sachliche Feststellung: „Wir haben es nicht verstanden, die spielerische Überlegenheit in noch mehr Tore umzumünzen.“ Eine spielerische Überlegenheit in der Partie SC Freiburg gegen den Hamburger SV (1:1) war eher dem Aufsteiger anzuschreiben, der deutlich mehr Offensiv-Engagement erkennen ließ. Noch klarer war die Rollenverteilung im Vergleich der Dortmunder Borussia gegen den 1. FC Köln ausgeprägt. „Mondragon hat uns lange im Spiel gehalten“, gab FC-Coach Zvonimir Soldo zu. Nur ein Eigentor Matips erwirkte den BVB-Erfolg, der allerdings hoch verdient war. Hoch interessant war das Aufeinandertreffen Hoffenheims gegen den FC Bayern. Das Rangnick-Team bot in der ersten Hälfte ansatzweise den Fußball, mit dem man über weite Strecken der vorigen Saison begeisterte. Die stark umgebauten Bayern fanden erst spät zu einer kompakten Spielweise und hatten den Ausfall von Kapitän van Bommel zu beklagen (Zehenbruch), aufgrund dessen der Ukrainer Tymoshchuk doch noch von der Bank auf den Platz durfte. Magere Fußballkost mit viel Luft für Leistungssteigerung beider Teams bekam lediglich das Publikum im Berliner Olympiastadion zu sehen. Den Gästen aus Hannover waren dabei weniger Vorwürfe zu machen, die siegreiche Hertha (83., Kacar) blieb jedoch vieles schuldig. „Es war kein Topspiel“, sagte Berlins Übungsleiter Lucien Favre. Wohl wahr.

André Schulin
Begegnungen
  2:0(0:0)  
  1:0(0:0)  
  1:2(0:1)  
  2:3(2:2)  
  1:0(0:0)  
  2:2(1:2)  
  1:1(1:1)  
  3:3(0:3)  
  1:1(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
866
Tore pro Spiel
2,83
  •  1,51 Heim
  •  1,32 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

55 %
Über 3,5

32 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

26
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
334.200

Durchschnitt
37.133
Tore pro Spieltag in der Saison 2009/2010

News zum Spieltag

Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.

— Felix Magath