Bundesliga

Keiner mehr ungerupft und/oder punktlos

Ein Müller, der den Bayern weh tat: FSV-Schlussmann Heinz Müller hielt bärenstark
Der dritte Spieltag war für einige Superlative gut: Der FC Bayern betrauerte den schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren, Wolfsburg ging erstmals nach 20 niederlagenfreien Heimspielen zu Hause wieder leer aus und der Hamburger SV kultivierte die 3. Spielminute zum Torzwang. Pizarro brillierte in Bremens Sturmzentrum.

„Leider gibt es auch für diesen Sieg nur drei Punkte“, bedauerte FSV-Coach Thomas Tuchel scherzhaft, dass der fürs Mainzer Selbstwertgefühl so bedeutende 2:1-Sieg gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern ohne Extrabonus blieb. Die Münchener konnten trotz überlegen geführter zweiter Halbzeit nicht mehr die bemerkenswerte Faktenlage verändern, dass sie nach drei Spieltagen noch ohne Sieg dastehen, derweil der Aufsteiger sich als noch ungeschlagen behauptete. Dieses Prädikat büßte Titelverteidiger VfL Wolfsburg ein. In einem kuriosen Spiel gegen den notorischen Frühstarter HSV (im 3. Spiel bereits zum dritten Mal mit 1:0-Führung in der 3. Minute) unterlagen die Niedersachsen mit 2:4 - es war ihre erste Heimpleite nach 20 Spielen. In der Tabelle zogen die Hanseaten am VfL vorbei; zur Spitzenposition langte es jedoch noch nicht. Den Platz an der Sonne sicherte sich Bayer Leverkusen, das einen - den Spielanteilen zugrunde legend - unverhältnismäßig klaren 5:0-Erfolg beim SC Freiburg einfuhr. Die Trainer Robin Dutt und Jupp Heynckes waren sich einig, dass Leverkusens Abschlussqualität den Unterschied ausmachte. In eben dieser Disziplin erkannte auch Hoffenheim-Coach Ralf Rangnick Nachholbedarf. „Nur mit der Zahl der geschossenen Tore bin ich nicht zufrieden“, gab er die Defizite seiner Elf beim torlosen Treffen gegen Schalke preis.

Sechs Mannschaften hatten nach dem dritten Spieltag bereits alle möglichen Variablen ausgekostet: Sieg, Niederlage, Unentschieden. Angeführt wird dieser 4-Punkte-Block von Werder Bremen (Rang 7). Mit der endgültigen Verpflichtung Pizarros besetzten die Bremer die bis dahin vakante Topstürmer-Position bestens. Tabellennachbar Hannover 96 hatte ebenfalls einen zweifachen Goalgetter (Stajner) im Team, als unter der Regie des eigentlich als Interimstrainer angekündigten Andreas Bergmann in Nürnberg der erste Saisondreier (2:0, Bergmann: „Wir haben sehr verdient gewonnen") abgeholt wurde. Anschließend verlautete aus der 96-Zentrale, es müsse nicht zwingend eine andere Trainer-Lösung geben. Dortmund und Stuttgart (1:1) neutralisierten sich gegenseitig und blieben im Mittelfeld stecken, derweil Bochum (1:0 gegen Hertha) nach einer leidenschaftlichen Vorstellung aus dem Keller heraus krabbelte. Köln gelang dies noch nicht. "Wir haben das Spiel kontrolliert und nach dem Platzverweis auch Druck gemacht“, analysierte Trainer Zvonimir Soldo. Aller Kontrolle und entfachtem Druckes zum Trotz glückte den Kölnern gegen Frankfurt jedoch kein Treffer - so musste man sich mit einem Pünktchen für das 0:0 zufrieden geben.

André Schulin
Begegnungen
  0:0(0:0)  
  1:1(1:0)  
  0:0(0:0)  
  0:5(0:1)  
  2:1(2:0)  
  0:2(0:1)  
  1:0(0:0)  
  2:4(0:2)  
  3:0(2:0)  
Tabelle
Pl.MannschaftSp.Tore+/-Pkt
       
1 Leverkusen38:267
2 Hamburg39:457
3 Schalke35:147
4 Wolfsburg37:526
5 Mainz35:415
6 Frankfurt34:315
7 Bremen36:424
8 Hannover33:214
9 Stuttgart35:504
10 M'gladbach35:7-24
11 VfL Bochum34:6-24
12 Dortmund33:5-24
13 Hertha BSC32:3-13
14 Bayern33:4-12
15- Hoffenheim31:2-12
16 Nürnberg32:5-31
17 Köln31:4-31
18 Freiburg33:10-71

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
866
Tore pro Spiel
2,83
  •  1,51 Heim
  •  1,32 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

55 %
Über 3,5

32 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

22
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
316.200

Durchschnitt
35.133
Tore pro Spieltag in der Saison 2009/2010

News zum Spieltag

Wenn wir ein Quiz machen würden unter den Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub - dann wäre ich bald bei Real Madrid.

— Peter Neururer