Bundesliga

Grüppchenbildung

Erinnerte beim dritten Bremer Treffer daran, dass er seine Karriere als Stürmer begann: Torsten Frings
Die hinterher hängenden Berliner stellten den einzigen Einzelkämpfer der Tabelle - in allen anderen Bereichen formierten sich Grüppchen. Damit blieb die Spannung im Titelkampf ebenso erhalten, wie das Rennen um Platz drei und die Europa League-Plätze. Fast wie zum Endspurt auf einer Linie versammelt und dem Startschuss entgegen fiebernd, stellte sich ein Quartett der Reststrecke der Saison.

Es wurde eng auf der Anzeigetafel, als der FC Bayern seine Anwartschaft auf den Titelgewinn plakatierte: 7:0 wurden die 96er in der Allianz-Arena abgewatscht. „Das war Spaß auf dem Rasen, für die Leute und auch für den Trainer“, begrüßte Louis van Gaal den Kantersieg der Münchener, die damit den FC Schalke auf Distanz hielten. Die Königsblauen hatten mit einem 3:1-Erfolg über Mönchengladbach vorgelegt, und Felix Magath erklärt, dass man, wenn man schon einmal so nah dran sei, selbstverständlich auch die Meisterschaft anstrebe. Leverkusens Minimalchance, ganz oben noch anzugreifen, löste sich spätestens mit der 1:2-Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart auf. Mehr noch - die beim 4:2 in Wolfsburg stark auftrumpfenden Bremer schnappten aufgrund ihrer besseren Tordifferenz Bayer den dritten Rang weg. Und die Dortmunder, die in der letzten Minute den Sieg gegen Hoffenheim verspielten, rückten bis auf einen Zähler an Jupp Heynckes´ Team heran. Dieses fast gleichauf liegende Trio erhielt sich drei Spieltage vor Saisonende die besten Chancen auf Champions League-Relegationsrang drei.

Neben Leverkusen avancierte aus der Reihe der vorn platzierten Teams der Hamburger SV zum Verlierer des Wochenendes. Die 0:1-Heimniederlage gegen den FSV Mainz kostete die Hanseaten den sechsten Rang, den der zielstrebige VfB (fünf Siege in Folge) besetzte. Das Erreichen des Europa League-Finales verblieb als größte Hoffnung des HSV auf einen positiven Saisonabschluss. Mit Wolfsburg, Frankfurt und Mainz bildete ein gut gepolstertes Dreier-Grüppchen die Mitte der Liga, in der sich lediglich Titelhalter Wolfsburg deplatziert fühlte. Die dahinter angesiedelte, aus Köln, Mönchengladbach und Hoffenheim bestehende Dreierformation durfte guten Gewissens die Planung für die nächste Saison in Angriff nehmen - dahinter ballte sich jedoch die konkrete Abstiegsgefahr auf engstem Raum zusammen. Drei punktgleiche Mannschaften, Nürnberg, Freiburg und Bochum, sowie die einen Zähler dahinter rangierenden 96er bogen unter nahezu identischen Voraussetzungen in die Zielkurve ein. „Das hohe Ergebnis ist für uns doppelt bitter, weil wir eigentlich vier Punkte abgegeben haben“, beklagte Mirko Slomka die Schlappe der Hannoveraner in München. Sein Berliner Kollege Friedhelm Funkel hatte allerdings noch mehr Grund zur Sorge. Die 2:2-Punkteteilung in Frankfurt war zu wenig für die Hertha; der Fünfpunkte-Rückstand zu Platz 16 blieb erhalten. „In den nächsten drei Spielen ist auch was möglich. Egal ob es gegen Bayern, Schalke oder Leverkusen geht“, baute Berlins Coach darauf, dass seine Elf auch gegen die hochkarätigen Gegner des Restprogramms ihre Leistung bringt. Die Gesamtsituation schönte er nicht: „Dass wir die schlechtesten Karten haben, darüber brauchen wir nicht zu reden.“

André Schulin
Begegnungen
  2:0(1:0)  
  2:1(1:1)  
  2:4(2:1)  
  0:1(0:1)  
  2:1(1:0)  
  3:1(2:1)  
  7:0(3:0)  
  1:1(0:0)  
  2:2(1:2)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
866
Tore pro Spiel
2,83
  •  1,51 Heim
  •  1,32 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

55 %
Über 3,5

32 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

32
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
456.200

Durchschnitt
50.689
Tore pro Spieltag in der Saison 2009/2010

News zum Spieltag

Ich bin rumgekommen wie Napoleon und habe jedes Land erobert, in das ich einen Fuß gesetzt habe. Vielleicht sollte ich also das machen, was Napoleon nie gemacht hat: den Atlantik überqueren und auch die USA erobern.

— Zlatan Ibrahimovic