Bundesliga

Eingefahrene Derby-Routine

Eher selten unter den Wolfsburger Torschützen zu finden: Der per Kopfball erfolgreiche Makoto Hasebe
Die Bayern blitzten ab, Hoffenheim schlug richtig zu: Das Führungsduo HSV/Bayer bekam einen neuen ersten Verfolger. In den drei ausgetragenen Derbys änderte sich nichts an den zuvor bestehenden Kräfteverhältnissen.

Drei Derbys standen auf dem Spielplan, und in allen wurden die Tendenzen der letzten Jahre bestätigt: Leverkusen gab dem 1. FC Köln das Nachsehen, Wolfsburg entschied das Niedersachsenduell mit Hannover für sich und Schalke knöpfte dem BVB die Punkte ab. Kölns hoffnungsvolle Ansätze, nach dem Dreier aus der Vorwoche in Stuttgart sowie dem Erfolg im DFB-Pokal, wurden in einem nüchternen Match vom Leverkusener Nachbarn zurechtgestutzt. Ebenso wie Kölns Maniche, dessen Tritte gegen Adler und Vidal sozusagen unterste Schublade waren und den Unparteiischen quasi zum Zücken des Roten Kartons zwangsverpflichteten. Dem 134. Ruhrpottderby zwischen Gelb-Schwarz und Königsblau dürfte kein größerer Erinnerungswert zukommen, da ein Schalker Erfolg zuletzt ohnehin eher die Regel war und der Unterhaltungswert der Partie keine Euphorie lostrat. So rückte allein die konträre Statistik der Rivalen in den Vordergrund und die sortierte Felix Magaths Team in oberen Tabellenbereichen ein (Platz 4), derweil Jürgen Klopps Auswahl sich so gerade noch oberhalb Relegationsplatz 16 hielt. Ein ähnliches Bild präsentierte der „Niedersachsentag“: Titelverteidiger VfL Wolfsburg fuhr den gewohnten Sieg ein und platzierte sich im oberen Drittel (6), während Hannover 96 noch ein Stückchen tiefer rutschte (14). Im Gegensatz zum Westderby lieferten sich die Nordlichter allerdings einen mit zahlreichen Torraumszenen und Treffern gespickten Schlagabtausch.

Ein hohes Niveau, trotz nur eines Tores, durfte auch dem Spitzenspiel bescheinigt werden. Tabellenführer Hamburger SV hielt sich dank Petrics Treffer den FC Bayern vom Leib und wahrte den hauchzarten Vorsprung vor den zweitplatzierten Leverkusenern. „Wir haben die Chancen nicht genutzt. Das war das Problem und nichts anderes“, monierte Louis van Gaal die Abschlussprobleme seiner Elf, deren Gipfelsturm vorerst abgebrochen wurde. Eine andere Mannschaft setzte zur Verfolgung des Führungsduos an: 1899 Hoffenheim. Bemerkenswert bei der 5:1-Demontage der Berliner Hertha: Ibisevic, der lange verletzte Torjäger, nahm mit einem Dreierpack seine Lieblingsbeschäftigung wieder auf. Pizarro, Bremens vorderster Vollstrecker, traf „nur“ zweimal beim 3:0-Erfolg über Mainz. Der Peruaner entpuppte sich damit allerdings als Spezialist für Doppelpacks: Zum vierten Mal in dieser Saison (2 in BL, 2 in EL) traf er bereits doppelt. Ein ebenso berechtigtes 3:0 stand auch am Ende des Spiels der Freiburger gegen Mönchengladbach. Stuttgart siegte mit dem gleichen Resultat bei Eintracht Frankfurt und beraubte die Hessen damit des Etiketts, ungeschlagen zu sein. Der VfL Bochum schüttelte den Makel ab, auswärts nichts zu reißen. „Wir hatten ein gutes Gefühl“, behauptete Trainer Frank Heinemann nachträglich. Dass seine Zuversicht sich erfüllte, war sicherlich auch dem schwachen Spiel der Nürnberger geschuldet, die sich eine recht uninspirierte Heimvorstellung leisteten.

André Schulin
Begegnungen
  0:1(0:1)  
  4:2(2:1)  
  0:1(0:1)  
  3:0(1:0)  
  0:1(0:0)  
  0:3(0:2)  
  1:0(0:0)  
  3:0(0:0)  
  5:1(3:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
170
Tore gesamt
866
Tore pro Spiel
2,83
  •  1,51 Heim
  •  1,32 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

76 %
Über 2,5

55 %
Über 3,5

32 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

25
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
388.600

Durchschnitt
43.178
Tore pro Spieltag in der Saison 2009/2010

News zum Spieltag

Für mich als Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesliga-Klubs Werder Bremen ist eine Welt zusammengebrochen. Hier wird der Fußball mit Füßen getreten.

— Franz Böhmert