Bundesliga 2010/2011 - 15. Spieltag - Sa., 04.12.2010 - 15:30 Uhr
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HZ - 0 : 0

Tor- und trostlos

Nur in der ersten Halbzeit auffällig: Diego

Nur in der ersten Halbzeit auffällig: Diego

Nur in der ersten Halbzeit auffällig: Diego

Beide Mannschaften hatten schon bessere Zeiten erlebt. Zum ersten Mal endete ein Bundesligaspiel zwischen Wolfsburg und Bremen torlos. Bemühte, aber einfallslose Wölfe trafen auf defensive Werderaner, und beide vergaben zudem jeweils einen Elfmeter.

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel nach Juventus Turin 2009 traf Diego, jetzt in Diensten des VfL Wolfsburg, auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Werder Bremen. Und der brasilianische Spielmacher zeigte sich von Anfang an gewillt, seiner alten Liebe wehzutun. Schon nach vier Minuten spielte er den ersten guten Pass, allerdings stand der Empfänger des Zuspiels, Mandzukic, im Abseits. Wenig später setzte sich Diego im Laufduell gegen seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Frings durch und konnte von Prödl nur noch mit einem Foul kurz vor der Strafraumgrenze gestoppt werden (8.). Den fälligen Freistoß führte der Brasilianer auch selbst aus, Werder-Goalie Wiese ließ sich jedoch nicht überraschen und faustete das Geschoss weg (9.). Nach einer Viertelstunde zwang der Wolfsburger Spielmacher den Bremer Torwart zu einer weiteren Parade. Die Hausherren hatten auch wegen des in der ersten Halbzeit sehr präsenten Diego Feldvorteile, waren aber nicht zwingend genug. Die Gäste versuchten dagegen, hinten sicher zu stehen, und lauerten auf Kontermöglichkeiten. Trotz einer Wolfsburger Überzahlsituation kam Bargfrede zum Abschluss, verfehlte das Zielgebiet knapp (10.). 19 Zeigerumdrehungen später düpierte Arnautovic mit einem Lupfer seinen Gegenspieler Barzagli und gab einen Schuss aus spitzem Winkel ab, den VfL-Goalie Benaglio übers Tor lenkte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit drückten die Werderaner auf das Gaspedal, allerdings fehlte ihren Angriffen die entscheidende Portion Präzision. Bezeichnenderweise war die beste Torchance dieser Bremer Drangperiode ein Distanzversuch von Hunt, der über den Querbalken flog (54.). Danach hatte wieder Wolfsburg mehr vom Spiel. Jedoch taten sich die Wölfe wie in der ersten Hälfte schwer, gegen die sichere Gäste-Abwehr Chancen herauszuspielen. Zumal Werder nach der Pause Diego besser in den Griff bekam. Eine gute Möglichkeit für den VfL vereitelte der wieder erstarkte Bremer Innenverteidiger Mertesacker, als er ein Riether-Zuspiel vor dem einschussbereiten Josue im Fünfmeterraum klärte (62.).Vier Minuten später vertändelte der diesmal enttäuschende Dzeko einen guten Angriff, er rutschte beim Passversuch weg und spielte den Ball ins Nirwana. Als alles auf ein tor- und trostloses Remis hinauszulaufen schien, besaßen die Bremer und die Wolfsburger jeweils eine Riesenmöglichkeit, in Führung zu gehen. Schiedsrichter Aytekin passte sich dem schwachen Niveau des Spiels an und gab zwei Strafstöße, die zwar vertretbar waren, aber die man nicht unbedingt hätte pfeifen müssen. Bargfrede fiel beim Schussversuch über Josues Beine, den Elfmeter schoss Frings an Benaglios Bein und von dort sprang die Kugel erst an die Latte und dann wieder ins Feld zurück (73.). Nur drei Minuten später berührte Prödl Mandzukic leicht mit dem Arm, der kroatische Grafite-Vertreter mimte den sterbenden Schwan. Den Strafstoß drosch aber Dzeko übers Tor (77.). Der mit Real Madrid in Verbindung gebrachte VfL-Kapitän wurde sogar ausgewechselt, verweigerte dabei dem Trainer den obligatorischen Handschlag und rauschte stattdessen in die Kabine (88.). Am Ende war Bremen dem Siegtreffer näher als Wolfsburg. Benaglio hielt gegen Arnautovic (83.) und Hunt (90.) allerdings den einen Punkt fest.

Senthuran Sivananda

Es ist wichtig, dass man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.

— Lothar Matthäus