Bundesliga

Babbel nicht mehr auf der Berliner Bank

Wieder ein Dreier gegen Bremen: Raúl
Der letzte Hinrundenspieltag lieferte eine deftige sportliche Überraschung sowie das vorzeitige Aus Markus Babbels bei der Hertha. Der FC Bayern sicherte sich wie erwartet die Herbstmeisterschaft.

„Man hat gemerkt, dass es unser drittes Spiel in sechs Tagen war“, führte Stale Solbakken als Entschuldigung an, dass der 1. FC Köln die Münchner nicht so ärgern konnte, wie in den Jahren zuvor. Die nach Riberys Platzverweis (33., Gelb-Rot) lange in Unterzahl spielenden Bayern knackten die vielbeinige Defensive der Gäste nach der Pause drei Mal und wahrten damit als Herbstmeister ihren Dreipunkte-Vorsprung vor den gleichauf liegenden Westrivalen aus Dortmund und Gelsenkirchen. Der BVB hatte einige Mühe, den Widerstand der Freiburger zu brechen und den etwas zu deutlichen 4:1-Erfolg aus dem Breisgau mitzunehmen. Wesentlich leichter taten sich die Schalker, den Bremern mit 5:0 das Fell über die Ohren zu ziehen. Raúl, der an gleicher Stelle im Vorjahr bereits drei Mal gegen die Grünweißen getroffen hatte, wiederholte dieses Kunststück. Leverkusen hätte von der Bremer Pleite profitieren können - unterlag jedoch auf eigenem Platz dem Club überraschend deutlich mit 0:3. „Wir haben weder heute ein gutes Spiel gemacht, noch eine gute Hinrunde gespielt“, bilanzierte Bayer-Coach Robin Dutt. Borussia Mönchengladbach war allemal eine gute Hinrunde zu bescheinigen, beim knappen 1:0-Sieg gegen Mainz monierte Lucien Favre indes die spielerische Leistung seiner Elf. „Wenn man nicht gut spielt und dennoch gewinnt, ist das in Ordnung“, hielt sich der Ärger des Schweizers aber doch in einem sehr engen Rahmen.

Anders bei der Berliner Hertha. Differierende Aussagen von Trainer Markus Babbel und Manager Michael Preetz schaukelten die bereits seit Wochen in den Medien schwelenden Unstimmigkeiten im Hertha-Lager dermaßen hoch, dass am Tag nach der 1:1-Punkteteilung in Hoffenheim die sofortige Trennung verkündet wurde. In Wolfsburg fand die ungemütliche Hinserie der „Wölfe“ dank des 1:0-Sieges gegen den VfB Stuttgart pünktlich zur Weihnachtspause ein versöhnliches Ende. Gästecoach Bruno Labbadia wurmte vor Allem, dass seine Mannschaft ihre durchaus vorhandenen Chancen nicht nutzte: „Wir müssen uns ein bisschen in den Hintern beißen, weil wir den sehr guten Eindruck kaputt gemacht haben.“ Mangelnde Chancenverwertung bezahlte auch der 1. FC Kaiserslautern teuer. Zwar konnte Nemec noch den 1:1-Ausgleichstreffer gegen Hannover landen; der Spielablauf hätte den abstiegsbedrohten Pfälzern jedoch zu einem Dreier gereichen können. Augsburg spielte ebenfalls 1:1 unentschieden - war darüber jedoch recht glücklich. „Das war ein unglaublich wichtiger Punkt für uns. Jetzt können wir mit ruhigem Gewissen in die Winterpause gehen“, fand Trainer Jos Luhukay. Torhüter Amsif war ein wesentlicher Faktor dafür, dass der FCA beim Hamburger SV nicht verlor. Die Hanseaten begegneten diesem Resultat - wie auch ihrer Erfolgsserie - zwiespältig. Einerseits hatte man neun Spiele lang nicht verloren, die sechs Remis ließen allerdings nur magere Fortschritte in der Tabelle zu.

André Schulin
Begegnungen
  3:0(0:0)  
  0:3(0:2)  
  1:1(0:0)  
  1:4(1:2)  
  1:1(1:0)  
  1:0(0:0)  
  5:0(2:0)  
  1:1(0:1)  
  1:0(1:0)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
167
Tore gesamt
875
Tore pro Spiel
2,86
  •  1,66 Heim
  •  1,20 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

78 %
Über 2,5

56 %
Über 3,5

34 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

24
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
368.600

Durchschnitt
40.956
Tore pro Spieltag in der Saison 2011/2012

News zum Spieltag

Was nützt die schönste Viererkette, wenn sie anderweitig unterwegs ist.

— Johannes B. Kerner