Mit Nullnummer zum ersten Punkt - VfB und FCA

Um eine Erkenntnis reicher: Szabolcs Huszti
Anstelle der Sponsoren-Werbung prangte einheitlich von den Trikots aller Akteure das Leitmotiv „Geh deinen Weg“; eine Aktion, die der Integration im Lande gewidmet war. Die überdurchschnittliche Trefferzahl von 32 Toren drängt die Vermutung auf, dass manch ein Spieler das Motto sehr persönlich auslegte.

Szabolcs Husztis Weg jedenfalls war sehr individuell geprägt. Der 96er absolvierte nach einer Klassepartie inklusive zweier Torerfolge einen Jubelparcours (Trikot runter, Zaun hoch - zwei jeweils gelbwürdige Aktionen), der, nach korrekter Auslegung des DFB-Regelwerks, mit einer Sperre zu ahnden war. Angesichts dieser offenkundig überzogenen Konsequenz tat sich die Frage auf, ob nicht auch ein Weg zu finden wäre, derlei Doppelbestrafung aufzuheben. Schiedsrichter Deniz Aytekin („Ich musste das als Exekutive durchziehen“) war jedenfalls nicht glücklich mit der Entscheidung, die er treffen musste. Huszti schon gar nicht: „Ich kannte die Regel nicht und wusste nicht, dass man dafür zweimal Gelb bekommen kann.“

Aus sportlicher Sicht hatte Hannover keinen Grund zur Klage. Mit nunmehr sieben Zählern festigten die Roten ihren dritten Rang in der Liga, hinter den noch verlustpunktfreien Teams aus München und Frankfurt. Die Bayern hatten auch ohne die angeschlagenen Robben und Ribery keine Probleme gegen den FSV Mainz und behielten ihre Tabellenführung. Der defensiv anfällige Hamburger SV, wie Hoffenheim noch ohne Saisonpunkt, war nicht in der Lage Eintracht Frankfurt zu stoppen - somit setzte der Aufsteiger seine Siegesserie fort. Da auch Düsseldorf nicht mit leeren Händen aus dem Spieltag ging (0:0 in Stuttgart), war Greuther Fürth der einzig erfolglose Neuling dieser Runde. Im Spiel gegen den FC Schalke, das unter Begutachtung des eigens aus den USA angereisten, in Fürth aufgewachsenen Henry Kissinger ablief, waren die Kleeblätter klar unterlegen. Mike Büskens’ Fazit: „Wir müssen lernen…“

Leverkusens Coach Sascha Lewandowski räumte nach dem 0:3 beim BVB ebenfalls einen taktischen Rückstand seiner Spieler gegenüber Dortmunds Ensemble ein. „Aber wir sind von der ersten Minute an völlig passiv aufgetreten - und das ist das, was uns richtig wurmt.“ Ziemlich angefressen präsentierte sich auch Markus Babbel. „Das ist unnötig wie ein Kropf und macht eine engagierte Leistung zunichte“, zürnte Hoffenheims Übungsleiter ob des schlechten Verhaltens seiner Elf bei Standards. Nach der happigen 3:5-Pleite beim SC Freiburg bemühte man sich im Lager der Kraichgauer um die Verpflichtung eines Managers, um Trainer Babbel, der diesen Job in Personalunion ausübte, zu entlasten. Eine geringfügige Entlastung verspürten die nach wie vor im Tabellenkeller rangierenden Teams des VfB Stuttgart und FC Augsburg: Beide konnten durch torlose Remis auf eigenem Platz den jeweils ersten Saisonpunkt einfahren. „Das Spiel hätte keinen Sieger verdient gehabt“, meinte FCA-Coach Markus Weinzierl zu Recht nach dem farblosen Match gegen den VfL Wolfsburg.

André Schulin

Bundesliga - 3. Spieltag

Freitag, 14.09.2012
Samstag, 15.09.2012
1:029'
Signal Iduna Park (Dortmund) · Zuschauer: 80645 · Schiedsrichter: Dr. Felix Brych ( München )
2:158'
3:190'
Allianz Arena (München) · Zuschauer: 71000 · Schiedsrichter: Markus Schmidt
0:117'
0:225'
1:225'
2:253'
2:355'
Borussia-Park (Mönchengladbach) · Zuschauer: 52195 · Schiedsrichter: Christian Dingert ( Gries )
1:06'
2:010'
2:126'
2:274'
3:290'
AWD-Arena (Hannover) · Zuschauer: 49000 · Schiedsrichter: Deniz Aytekin ( Oberasbach )
0:148'
0:288'
Sportpark Ronhof Thomas Sommer (Fürth) · Zuschauer: 18000 · Schiedsrichter: Florian Meyer ( Burgdorf )
Sonntag, 16.09.2012
1:117'
2:127'
2:257'
3:268'
3:376'
4:384'
5:387'
Schwarzwald-Stadion (Freiburg) · Zuschauer: 22800 · Schiedsrichter: Felix Zwayer ( Berlin )
1:013'
2:018'
3:152'
3:263'
Commerzbank-Arena (Frankfurt am Main) · Zuschauer: 51500 · Schiedsrichter: Wolfgang Stark ( Landshut )
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Wenn es läuft, dann versteht man sich umso besser. Ich denke, deshalb läuft's auch.

— Patrick Rakovsky zur guten Atmosphäre beim 1. FC Nürnberg