Champions League 2009/2010 - Gruppenphase - Mi., 30.09.2009 - 20:45 Uhr
0:0
HZ - 0 : 0

Zwei verlorene Punkte und ein Ausfall

Nach der Pause ließ er, wie die restliche Mannschaft nach: Franck Ribery

Nach der Pause ließ er, wie die restliche Mannschaft nach: Franck Ribery

Nach der Pause ließ er, wie die restliche Mannschaft nach: Franck Ribery

Obwohl die Bayern in der ersten Halbzeit stark spielten und in der schwächeren zweiten Hälfte die Begegnung zumindest beherrschten, kamen sie über ein torloses Unentschieden gegen Juventus Turin nicht hinaus. Zudem zog sich Arjen Robben eine wahrscheinlich schwere Verletzung zu.

Auch weil weder Bayerns Toni (Fitnessrückstand) gegen seine Landsleute, noch Juves Salihamidzic (Sehnenscheidenentzündung) gegen seinen ehemaligen Verein zum Einsatz kamen, stand einer besonders im Mittelpunkt: der Ex-Bremer Diego. Der Juve-Spielmacher versuchte auch, die Partie an sich zu reißen, jedoch gaben nicht seine Turiner, sondern die Münchner den Ton an. Zudem wurde er von seinem Bewacher Ottl, dem Bayern-Trainer van Gaal diese Aufgabe eher zutraute als dem Elf-Millionen-Einkauf Tymoshchuk, gut in Schach gehalten. Bezeichnenderweise musste der Brasilianer in der 29. Minute sogar im eigenen Strafraum aushelfen, als er eine gegnerische Konterchance vereitelte. Zu diesem Zeitpunkt hätten die druckvoll und kombinationssicher agierenden Bayern schon 2:0 führen können: Nach vier Minuten hatte der von Robben freigespielte Müller die erste Torchance, jedoch flog sein Schuss aus spitzem Winkel am Tor vorbei. Eine Viertelstunde später vernaschte Ribery im Strafraum die beiden Gegenspieler Grygera und Chiellini, aber sein Lupfer landete nur auf dem Tornetz; selbst der gegnerische Schlussmann Buffon musste bei so viel Raffinesse lachen. Auch danach besaßen die Hausherren genügend Chancen, noch vor der Halbzeitpause in Führung zu gehen. Jedoch flogen die Kopfbälle von Klose (30.) und Schweinsteiger (34.) über den Querbalken, und Buffon faustete einen Schuss des überraschenderweise in der Startelf stehenden Angreifers weg (34.). Die Bayern hielten zwar mit ihrer starken Offensive das Spielgeschehen weitgehend vom eigenen Tor fern, aber bei den wenigen Ausnahmen war Juventus doch gefährlich: FCB-Schlussmann Butt lenkte Camoranesis Schuss mit einer Hand ins Toraus (33.), Trezeguets Direktabnahme verfehlte ebenfalls das gegnerische Gehäuse (40.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff verdrehte sich Robben das Knie und musste ausgewechselt werden (44.).

Trotzdem spielten die Gastgeber nach dem Seitenwechsel eine Zeit lang weiterhin zügig nach vorne, allerdings arbeiteten sie sich nur noch eine weitere gute Einschussgelegenheit heraus: Klose erwischte Riberys Vorlage nicht richtig, so dass der Ball weder ins Tor rollte, noch erreichte er den mitgelaufenen Olic (60.). Zwar waren die Münchner auch in der Schlussphase die spielbestimmende Mannschaft, aber mit zunehmender Spieldauer nahm die Schlagzahl ab. In der Schlussphase waren die Italiener dem Siegtreffer genauso nah wie die Platzelf. Nicht nur, weil sie gegen abbauende Hausherren stärker wurden; sondern auch, weil sich deren Abwehr noch nicht als hundertprozentig gefestigt präsentierte. In der 65. Minute gelang es van Buyten nicht, eine lange Juve-Kopfballvorlage zu klären; zu seinem Glück verfehlte die anschließende Direktabnahme von Iaquinta wie ein weiterer Schuss des italienischen Angreifers (81.) das Zielgebiet deutlich. Das größte Engagement in den Schlussminuten zeigte FCB-Trainer van Gaal, als er sich lautstark über die Entscheidung des Schiedsrichters beschwerte, die Partie abzupfeifen, bevor ein guter Münchner Konterangriff abgeschlossen werden konnte.

Senthuran Sivananda

Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.

— Christoph Daum