Frauen-Bundesliga

Zerpflückter „Super-Spieltag“

Schoss die beiden entscheidenden Tore gegen den FCR Duisburg: Sylvie Banecki
Vier Monate nach dem eigentlichen Spieltermin ist der 10. Spieltag erst komplett: Die zwei spannendsten Partien hatte sich die Liga aufgrund zweimaliger Terminverlegung lange aufgehoben. Längst im Endspurt in Sachen Meisterschaft angelangt, kam es am „Super-Mittwoch“ (1. April 2009) endlich zu den Duellen der vier Besten: Potsdam spielte 2:2 gegen Frankfurt, Duisburg verlor bitter 1:2 gegen den FC Bayern München.

Um kurz die regulär Ende November ausgetragenen Partien zusammenzufassen: Der TSV Crailsheim verlor 1:3 gegen den VfL Wolfsburg und blieb damit weiter ohne Saisonsieg. Bei der SG Essen-Schönebeck setzte es für den SC Bad Neuenahr eine herbe Klatsche: Nach dem 8:1 fand sich der SC auf dem 11. Tabellenplatz wieder. Und im ersten Aufeinandertreffen der Aufsteiger aus Herford und Jena kam es zum 2:2-Remis. Der Hamburger SV ließ sich vom SC Freiburg die Butter vom Brot nehmen und kassierte ein 0:1. Auch die Top-Begegnungen wären zu diesem Zeitpunkt eine interessante Standortbestimmung gewesen - aber es sollte aufgrund von internationalen Turnieren und Wetterkapriolen erst am 1. April dazu kommen. Regulär hatte man da gerade den 17. Spieltag absolviert, Potsdam die Tabellenführung übernommen, drei Zähler vor dem Tabellenvierten aus Frankfurt.

Im Potsdamer „Karli“ kamen dann am späten Mittwochnachmittag die Frankfurterinnen deutlich besser ins Spiel, in der 7. Minute hatte Birgit Prinz die erste Torchance. Doch der erste Treffer fiel in der 23. Minute für Potsdam: Jennifer Zietz hatte die herausgelaufene Nadine Angerer (die Nationaltorhüterin absolvierte das erste Spiel gegen ihren alten Klub) ausgespielt und locker verwandelt. Turbine hatte sich inzwischen gefangen und erspielte sich in der Folge einige Chancen. In der 57. Minute erhöhte Saskia Bartusiak mit einem Eigentor den Vorsprung der Potsdamerinnen. Aber Frankfurt kam zurück. Die eingewechselte Sarah Schatton sorgte in der 74. Minute für den Anschlusstreffer und Sandra Smisek traf per Kopf (78.) zum Remis: Für Frankfurt gut gelaufen; in Potsdam wusste man am Ende nicht, ob man sich über den einen Punkt freuen oder ärgern sollte. Lange sah es nach einem Sieg der Turbinen aus.

In Duisburg folgte am Abend das Duell des Tabellendritten FCR gegen den Tabellenzweiten, der gleich in der 2. Minute mit einem Treffer von Sylvie Banecki in Führung ging. Duisburg machte im Gegenzug Druck, ließ aber zahlreiche Chancen ungenutzt, was sich als fatal erweisen sollte. Immerhin: In der 64. sorgte Inka Grings nach einem mustergültigen Pass von Linda Bresonik für den Ausgleich. Die Stürmerin umspielte die herauslaufende Münchner Torhüterin und netzte zum 1:1 ein. Aber am Ende waren es die ersatzgeschwächten Bayern, die aus weniger Chancen mehr machten: In der 82. war es erneut Sylvie Banecki, die frei vorm Duisburger Tor zum Schuss kam – und traf. „Duisburg hatte seine Chancen, verwertete sie aber nicht. Das gelang uns perfekt“, brachte Banecki den Spielverlauf anschließend auf den Punkt. Trainer Günther Wörle sprach gar vom Wunder. Beim FCR, der nun vier Zähler hinter den punktgleichen Teams aus Potsdam und Bayern liegt (Stand: 1. April), war dagegen die Enttäuschung groß. Zeit zum Verschnaufen blieb den Duisburgerinnen nicht: Das Nachholspiel fiel mitten in die heiße Uefa-Cup-Phase. Vier Tage später steht das Halbfinal-Rückspiel gegen Olympique Lyon an.

Astrid Labbert
Begegnungen
  1:3(1:1)  
  0:1(0:0)  
  8:1(3:0)  
  2:2(2:2)  
  2:2(1:0)  
  1:2(0:1)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
72
Tore gesamt
563
Tore pro Spiel
4,27
  •  2,21 Heim
  •  2,05 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

93 %
Über 2,5

84 %
Über 3,5

63 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

25
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
4.700

Durchschnitt
783
Tore pro Spieltag in der Saison 2008/2009

News zum Spieltag

Ich musste ihm eine Ohrfeige geben. Wie hätte ich das sonst meiner Frau erklären sollen?

— Youri Djorkaeff, nachdem ihn sein Gegenspieler Thorsten Fink während eines Spiels auf den Mund geküsst hatte