Frauen-Bundesliga

Potsdams vierter Streich in Serie

Traf für Turbine dreimal gegen Leipzig: Yuki Nagasato
Wie erwartet ließ sich Potsdam die Meisterschaft am letzten Spieltag nicht mehr nehmen. Ein Kantersieg über das nach dem Spiel als Absteiger feststehende Leipzig brachte die entscheidenden Punkte für die vierte Meisterschaft hintereinander. Vizemeister Wolfsburg spielte nur Unentschieden gegen Essen-Schönebeck, Frankfurt sicherte sich mit einem Sieg über Duisburg Platz drei. Freiwillig aus dem Bundesligageschäft verabschiedete sich aus finanziellen Gründen der HSV, sodass Leverkusen trotz einer Punkteteilung den Klassenerhalt feiern konnte. Aus eigener Kraft in der Liga blieb Jena, das sich deutlich gegen Freiburg durchsetzte.

Mit einem hohen Sieg über den 1. FC Lokomotive Leipzig holte Turbine Potsdam am 22. Spieltag die letzten, entscheidenden Punkte. Das 8:0 über den Liganeuling brachte der Elf von Trainer Schröder den bereits vierten Erfolg in Serie, während Leipzig nach seinem ersten Jahr Bundesliga gleich wieder in das Unterhaus zurückkehren musste. Beim Kantersieg trugen sich Nagasato (19., 64., 71.), Göransson (30.), Anonma (39., 56.), Vidarsdóttir (86.) und Kerschowski (88.) in die Torschützenliste ein. Am Ende stellte Potsdam nicht nur die beste Offensive sowie Defensive, sondern auch die treffsicherste Spielerin der Saison: Genoveva Anonma traf 22 Mal ins Schwarze und setzte sich damit gegen Conny Pohlers vom VfL Wolfsburg durch, die 19 Treffer erzielte. Die Wölfinnen, die nur bei einem Potsdamer Punktverlust noch Chancen auf den Meistertitel gehabt hätten, trennten sich 1:1 von der SG Essen-Schönebeck. Dabei war Wolfsburg zwar das dominantere Team, spielte sich jedoch zu wenig klare Torchancen heraus. Bezeichnend dafür war, dass der VfL durch einen an Pohlers verursachten Strafstoß in Führung ging. Nadine Keßler schickte Torfrau Holl in der 70. Minute in die falsche Ecke und erzielte vom Punkt das 1:0. Kurz vor dem Ende köpfte Hartmann jedoch nach einem Freistoß zum Ausgleich ein, Wolfsburgs Abwehr sah dabei nicht gut aus (85.). Platz drei sicherte sich der 1. FFC Frankfurt. Dank eines 5:3 über den FCR Duisburg zog der Rekordmeister noch am Spieltagsgegner vorbei und feierte einen versöhnlichen Abschluss einer durchwachsenen Saison. In der offensiv geführten Partie ging Frankfurt durch Kumagai in Führung (2.), Islacker glich nach 18 Minuten aus, bevor Cengiz das Spiel nur zwei Minuten später zugunsten der FCR drehte. Nach dem Seitenwechsel ging das munterte Scheibenschießen weiter: Garefrekes erzielte den Ausgleich (58.), bevor Islacker Duisburg wieder in Führung brachte (62.). Behringer sorgte für den erneuten Ausgleich (67.), Maroszan (80.) und Crnogorcevic (83.) brachten den FFC endgültig auf die Siegerstraße.

Nichts zu feiern hatte indes nicht nur Leipzig, das es sportlich nicht geschafft hatte und den Gang in die 2. Liga antreten musste. Zweiter Absteiger waren die Damen des Hamburger SV, die die Bundesliga aus finanziellen Gründen verlassen und den Regionalligaplatz der eigenen Zweitvertretung einnehmen würden. In ihrem vorerst letzten Bundesligaspiel wurden die Hamburgerinnen nach Spielende auswärts mit viel Applaus verabschiedet, was wohl aber eher als Aufmunterung für die kommenden Spielzeiten gelten sollte. Denn beim 1:4 gegen Bayern München waren die Hanseatinnen größtenteils chancenlos, sodass das Ergebnis auch in dieser Höhe verdient war. Schöne (28.) und Rudelic (45.) schossen eine klare Pausenführung für den Pokalsieger heraus. Der HSV kam durch einen schönen Schuss von Haye zwar noch einmal heran (57.), doch Hagen (65.) und Lotzen (73.) schraubten das Ergebnis wieder in die Höhe. Ohne den Rückzug der Hamburgerinnen hätte Bayer Leverkusen die Klasse nicht halten können. Die Werkself kam gegen Bad Neuenahr nicht über ein torloses Remis hinaus, während der FF USV Jena gegen den SC Freiburg drei Punkte holte. Somit wäre der Vorsprung der Thüringerinnnen zu groß gewesen und Leverkusen hätte den vorletzten Platz belegt. Beim Spiel gegen Bad Neuenahr gab es mit knapp 1700 Zuschauern zwar einen neuen Rekord, was die Besucher anging, Tore durften allerdings nicht bejubelt werden. Beide Mannschaften boten zwar ein spannendes Spiel auf gutem Niveau, doch keinem Team war ein Treffer vergönnt. Weitaus zielsicherer waren die Damen aus Jena in ihrem Spiel gegen Freiburg. Arnold (27.), Schmutzler (57.) und Hearn (71.) trafen zu einem ungefährdeten 3:0-Erfolg für den USV.
Begegnungen
  1:1(0:0)  
  3:0(1:0)  
  0:0(0:0)  
  4:1(2:0)  
  8:0(3:0)  
  5:3(1:2)  

Saisonstatistik

Beide Teams trafen
52
Tore gesamt
420
Tore pro Spiel
3,18
  •  1,63 Heim
  •  1,55 Gast

Anzahl Tore pro Spiel

Über 1,5

83 %
Über 2,5

58 %
Über 3,5

37 %

Spieltagsstatistiken

Bilanz

Tore

26
gesamt

Torverteilung

Zuschauer
Gesamt
15.700

Durchschnitt
2.617
Tore pro Spieltag in der Saison 2011/2012

News zum Spieltag

Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.

— Eintracht Frankfurts Torschütze Jan-Aage Fjörtoft zu den Gründen für seinen ersten Saisoneinsatz von Beginn an