DFB-Sportrichter schlägt vor: Einsprüche zurücknehmen

von Marcel Breuer14:38 Uhr | 19.11.2019
«Freundlichster Wadenbeißer der Bundesliga»: David Abraham. Foto: Hasan Bratic/dpa
In der DFB-Sportgerichtsverhandlung gegen David Abraham und Vincenzo Grifo hat der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz vorgeschlagen, die Einsprüche zurückzunehmen.


Der 68-Jährige deutet an, dass die Urteile ansonsten härter ausfallen könnten. Abraham hatte in der Bundesliga-Partie seines Clubs Eintracht Frankfurt beim SC Freiburg am 10. November Trainer Christian Streich an der Seitenlinie umgestoßen und war für sieben Wochen gesperrt worden.

David Abrahams Anwalt Christoph Schickhardt schlug vor, dessen Sperre teilweise zur Bewährung auszusetzen. Eintracht-Kapitän Abraham war in der Einzelrichter-Entscheidung zu einer Sperre von sieben Wochen und einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt worden. Dagegen erhob die Eintracht Einspruch.

Eintracht Frankfurt
Bundesliga
Rang: 9Pkt: 17Tore: 21:16



Freiburg wehrt sich gegen eine Zwangspause von drei Spielen für Vincenzo Grifo. Der ausgewechselte Spieler hatte in der Begegnung am 10. November bei den Tumulten nach Abrahams Attacke dem Frankfurter ins Gesicht gefasst und dafür von Schiedsrichter Felix Brych (München) ebenfalls die Rote Karte gesehen.

Anton Nachreiner, der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, machte jedoch klar, dass er sich auf keinen Handel einlasse und gegebenenfalls sogar höhere Strafen beantragen werde. Er sprach bei den Ausführungen Abrahams und Grifos, die ausgiebig ihre Unschuld und ihr gutes Verhältnis beteuerten, von einer «Märchenstunde». Schiedsrichter Felix Brych (München) sagte als Zeuge aus, dass er davon ausgehe, dass Abraham Streich absichtlich umgecheckt habe.


Zum Auftakt der Verhandlung hatte Abraham ausführlich über sein Fußballer-Leben berichten dürfen. Dazu forderte der Vorsitzende Lorenz den Eintracht-Kapitän auf - «um warm zu werden», wie er in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes erklärte. Der 68-jährige erkundigte sich auch nach Abrahams Einschätzung zu dessen früheren Mitspieler Lionel Messi.

«War der damals schon so gut?», fragte Lorenz. Abraham und Superstar Messi gehörten zum U20-Team Argentiniens, das 2005 Weltmeister wurde. Lorenz sagte auch zu Abraham: «Irgendwo habe ich gelesen, Sie seien der freundlichste Wadenbeißer der Bundesliga.» Der 33-Jährige antwortete brav mit einem «Si».

(dpa)

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