Erstes Schlotterbeck-Bruderduell in der Bundesliga

von Marcel Breuer12:00 Uhr | 18.10.2019
Keven (l) trifft auf seinen Bruder Nico Schlotterbeck. Foto: Patrick Seeger/dpa
Die bislang letzten Bruderduelle zwischen Keven und Nico Schlotterbeck fanden noch im heimischen Garten statt.


Viel gegrätscht wurde damals in der Jugend, und Mutter Susanne musste schlichten, erzählte Nico im Vorfeld des ersten Aufeinandertreffens im Profi-Fußball. Mit dem SC Freiburg tritt der 19-Jährige am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga beim 1. FC Union Berlin auch gegen seinen drei Jahre älteren Bruder Keven an. «Ich bin mal gespannt, für wen die ganze Familie ist», sagte Nico dem Fachmagazin «Kicker».



Bis zum Sommer waren beide Abwehrspieler noch gemeinsam in Freiburg aktiv, doch Keven wurde für die laufende Spielzeit an den Aufsteiger in die Hauptstadt ausgeliehen. «Wir sind uns ein bisschen aus dem Weg gegangen», sagte Keven, der einen Konkurrenzkampf im Kader der Breisgauer von Trainer Christian Streich vermeiden wollte: «Ich möchte meinem Bruder die Chance geben, so viele Spiele wie möglich zu machen. Wir haben gesagt, wir wollen kein Bruderduell.» Das führte nun aber dazu, dass sie sich in verschiedenen Teams gegenüberstehen.



Das Verhältnis der Schlotterbecks sei «sehr gut», sagte Keven. Früher war das durchaus anders. «In den vergangenen Jahren hat er sich stetig gesteigert und ist immer netter zu mir geworden. Früher war er eine kleine Bazille, kann man sagen», sagte der 22-Jährige über U21-Nationalspieler Nico: «Aber er ist erwachsen geworden.»

Den Fußball hätte die Familie «im Blut», sagte Keven, der es nur über Umwege und einer Station vor zweieinhalb Jahren in der sechsten Liga noch in die Bundesliga schaffte. Nicos Weg verlief geradliniger, seine Ausbildung ist die eines klassischen Jungprofis. Die ersten drei Saisonspiele spielte der Innenverteidiger bei Freiburg durch, kam danach aber in den vergangenen vier Begegnungen nicht zum Einsatz. Im Spiel gegen den 1. FC Köln (1:2) leistete er sich einen groben Fehler. Keven gilt bei Union in der Dreier-Abwehrkette als gesetzt, wegen einer Rotsperre verpasste er allerdings auch schon zwei Matches.


«Es ist gut, dass er spielen kann, und er macht es bisher gut», sagte Streich über den älteren der Bruder. Auch mit Nico sei er «zufrieden, aber er muss auch noch lernen», betonte der 54-Jährige: «Wenn wir so weiterarbeiten und er so klar im Kopf bleibt, dann wird es eine schöne Entwicklung.» Ob Nico im erneut ausverkauften Stadion An der Alten Försterei zum Einsatz kommt, ist aber noch offen.

Freiburg kann seinen Höhenflug nach dem besten Saisonstart in der Vereinsgeschichte in Berlin fortsetzen. Die Gäste sind gegen den 16. Union der klare Favorit. Die Berliner von Coach Urs Fischer stehen nach zuletzt vier Niederlagen nacheinander schon unter Druck und brauchen in ihrem Bundesliga-Premierenjahr dringend Punkte.

Damit es schon am Samstag damit klappt, hat sich der Schweizer Fischer auch ein paar Tipps von Keven Schlotterbeck geholt. «Natürlich unterhält man sich. Mit Keven haben wir einen, der schon unter Christian Streich gearbeitet hat», sagte Fischer: «Das könnte schlussendlich wichtig für uns sein.»

(dpa)

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