Nullnummer beim Debütantenball zwischen Gladbach und Schalke

von Jean-Pascal Ostermeier20:27 Uhr | 17.08.2019
Gladbach und Schalke trennten sich mit 0:0
Wenig Chancen, keine Tore: Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 haben sich beim Debütantenball ihrer Trainer mit einem dürftigen, aber gerechten 0:0 getrennt. Bei der Bundesliga-Premiere von David Wagner ließ Schalke wie in der schwachen Vorsaison die Effizienz vor dem Tor vermissen. Trösten durfte sich Schalke mit einem wertvollen Punkt.


Ein Horrorstart wie 2016 und 2018, als die Knappen jeweils die ersten fünf Spiele allesamt verloren, ist schon jetzt vom Tisch. Die Borussia, bei der Marco Rose ebenfalls seinen Liga-Einstand gab, wachte erst nach der Pause auf und ließ erstmals seit vier Jahren zum Auftakt wieder Punkte liegen.

Die 54.022 Zuschauer im ausverkauften Borussia-Park sahen zu Beginn ein temporeiches, von beiden Teams äußerst offensiv ausgerichtetes Spiel. Kein Thema war diesmal die Rassismus-Debatte um Clemens Tönnies. Anders als im Pokalspiel beim SV Drochtersen/Assel (5:0), als Schalker Fans Tönnies Rote Karten gezeigt hatten, gab es vor dem Anstoß keinen sichtbaren Protest gegen den Aufsichtsratsboss.



Auf dem Rasen hatte Schalke zunächst Vorteile, ging aggressiv in die Zweikämpfe und störte früh. Neuzugang Benito Raman, der nach überstandener Kapselbandverletzung sein Debüt für S04 gab, hatte aus kurzer Distanz auch die erste Gelegenheit (6.). Insgesamt schenkten sich beide Team nichts, die Folge war ein hitziges und intensives Spiel, in dem aber auch die Fehlerquote hoch war.

Viel Bewegung herrschte auch an der Seitenlinie: Sowohl Rose als auch Wagner standen in ihrem ersten Ligaspiel 90 Minuten lang vor ihrer Bank, gestikulierten viel und klatschten immer wieder aufmunternd Beifall. Der Leipziger Rose und der gebürtige Frankfurter Wagner waren über Umwege in der Bundesliga gelandet - Wagner über Huddersfield, Rose über Salzburg.


Bis zur Pause suchten beide Teams zwar den schnellen Weg nach vorne, dort kam der Ball aber viel zu selten an. Insgesamt blieb Schalke dabei die etwas gefährlichere Mannschaft und hatte erneut durch Raman auch die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit: Bei einem blitzschnellen Konter steckte Guido Burgstaller auf den aus Düsseldorf gekommenen Angreifer durch, der aber überhastet abschloss.

Die zweite Halbzeit begann die Borussia wesentlich engagierter. Torjäger Alassane Plea, von dem bis dahin ebenso wenig zu sehen gewesen war wie von Neuzugang Marcus Thuram oder dem Ex-Schalker Breel Embolo, traf nach schönem Zuspiel nur den Außenpfosten (55.). Insgesamt verflachte die Begegnungen aber schnell wieder. Unnötige Fehlpässe blieben auf beiden Seiten die Regel, vom erhofften Offensivpressing war weder bei Gladbach noch Schalke viel zu sehen.

(sid)

Da haben beide gezogen. Das kann ich einmal so entscheiden und einmal so entscheiden, aber darf es nie so entscheiden.

— Werner Lorant zu einem Elfmeter gegen seine Mannschaft