VfL Wolfsburg – So starteten Kohlfeldts Vorgänger

von Carsten Germann20:31 Uhr | 06.11.2021

Es war die Woche von Florian Kohfeldt (39). Der Nachfolger von Mark van Bommel (44) führte sich beim VfL Wolfsburg traumhaft ein. Drei Pflichtspiele, drei Siege – das gelang von den letzten fünf Wolfsburg-Trainern nur einem.

Das hätte sich Florian Kohfeldt wohl so auch nicht ausgemalt. Aus dem Urlaub in die Bundesliga und in die Champions League! Der ehemalige Coach von Werder Bremen schaffte beim VfL Wolfsburg unmittelbar nach seiner Vertragsunterschrift den optimalen Start. 2:0 bei Bayer Leverkusen, 2:1 gegen den FC Salzburg und die Chance aufs CL-Achtelfinale gewahrt – und nun 1:0 am Samstag gegen den FC Augsburg bei der Bundesliga-Heimpremiere.

Fussballdaten.de hat diesen Traumstart des Ex-Bremers mit den fünf letzten Trainern, die vor ihm beim VfL arbeiteten, verglichen.

Van Bommel war schon nach dem ersten Spiel angezählt

Für seinen unglücklichen Vorgänger Mark van Bommel war praktisch schon Alarmstufe Rot, bevor es losging. Wechselfehler und ein mit 0:2 gewertetes DFB-Pokalspiel beim Regionalliga-Klub Preußen Münster. Dass „MvB“ die folgenden zwei Bundesliga-Spiele gewann und auch in den folgenden vier Spielen in der Liga und in der Champions League ungeschlagen blieb, macht die Bilanz des Holländers etwas besser. Am Ende setzte es unter van Bommel vier Niederlagen am Stück – und mit nur 1,15 Punkten pro Spiel im Schnitt ist der Ex-Bayernprofi von der Ausbeute her der schlechteste der Kohfeldt-Vorgänger. Allerdings auch mit der geringsten Spielanzahl.

Holländische Trainer in Wolfsburg? Vergiss es!

Van Bommels niederländischer Landsmann Andries Jonker löste im Februar 2017 Valerien Ismael ab. Der ehemalige Assistent von Louis van Gaal rettete Wolfsburg via Relegation und startete mit großem Vertrauensvorschuss beim VW-Klub in die Saison 2017/2018. Nach zwei Niederlagen aus den ersten vier Bundesliga-Spielen war schnell Schluss. Und das, obwohl Jonker mit einem Remis und zwei Siegen gestartet war. Nach seinem fünften Spiel in der Trainerverantwortung in Wolfsburg ging er mit dem Team erstmals als Verlierer vom Platz.

Unter Labbadia kam Wolfsburg spät auf Touren

Martin Schmidt (54) startete als einziger der unmittelbaren Kohfeldt-Vorgänger mit drei Unentschieden. Der Schweizer blieb allerdings nur 22 Spiele lang in Wolfsburg – in denen er aber im Schnitt (1,18) mehr Punkte holte als Mark van Bommel.

Keinen Sieg aus den ersten drei Wolfsburg-Spielen schaffte Bruno Labbadia (55). Als Retter verpflichtet, brauchte der Spezialist im Abstiegskampf sechs Spiele, ehe er die „Wölfe“ auf seinen Kurs eingeschworen hatte – und mit 2:0 in Freiburg seinen ersten Sieg landete. Labbadias Start war mit zwei Pleiten und einem Remis wenig vielversprechend. Dennoch: Bis zu seinem freiwilligen Abschied im Juni 2019 holte er 22 Siege aus 50 Pflichtspielen.

Ähnliche Zahlen wie Florian Kohfeldt kann nur einer der letzten fünf Wolfsburg-Trainer vorweisen. Der Österreicher Oliver Glasner (47) stieg zum 30. Juni 2021 beim VfL Wolfsburg aus und wechselte zu Eintracht Frankfurt. Er startete – wie Kohfeldt – mit drei Siegen aus den Wettbewerb übergreifend ersten drei Partien. Nach 14 Matches musste sich Wolfsburg unter seiner Regie erstmals geschlagen geben – und das war beim legendären 1:6 im DFB-Pokal gegen RB Leipzig. Glasner war mit 1,67 Zählern pro Spiel (Schnitt) bester VfL-Coach vor Kohfeldt.

 



Heute hab ich gar nichts zu sagen, heute kann der Trainer mal was sagen. Die haben dann Mann gegen Mann gespielt, bloß wir haben's nicht gesehen.

— Matthias Sammer, BVB, leicht angefressen nach einem 2:2 beim HSV.