Vor 30 Jahren: Das letzte Bundesliga-Spiel von FC-Stürmerstar Maurice Banach

von Carsten Germann13:56 Uhr | 16.11.2021

Gelsenkirchen, Parkstadion, 16. November 1991. Der 1. FC Köln unterliegt an diesem Bundesliga-Samstag beim FC Schalke 04 mit 0:3. Die nächsten 24 Stunden werden den Verein, werden ganz Fußball-Deutschland erschüttern.



Nur einen Tag später erhalten die Kölner um Trainer Jörg Berger († 2010) die schockierende Nachricht. Torjäger Maurice „Mucki“ Banach (24) ist nach dem Bundesliga-Spiel auf Schalke tödlich mit dem Auto verunglückt. Beim 0:3 auf Schalke hatte ihn Berger im Dreier-Sturm mit Henri Fuchs und Frank Ordenewitz eingesetzt. Es ist das letzte von 63 BL-Spielen für den hoch talentierten Stürmer, der in Liga eins für den 1. FC Köln und Borussia Dortmund auflief.

„Mucki“ Banach war auf dem Sprung zur Nationalmannschaft

Die folgende Länderspiel-Pause wird bestimmt durch die Trauer um „Mucki“ Banach, dem nicht wenige Experten eine große Nationalmannschafts-Karriere vorhergesagt hatten. Der damalige Bundestrainer Berti Vogts hat den dreimaligen U21-Nationalspieler bereits auf dem Zettel, sieht ihn als „ehrgeizigen, aber nie verkrampften Goalgetter“. Das Länderspiel-Debüt für Deutschland scheint für den Zweitliga-Torschützenkönig von 1990 (22 Treffer für Wattenscheid 09) nur eine Frage der Zeit zu sein. Ex-FC-Profi Frank Greiner (55) dazu im Kicker-Sportmagazin (Ausgabe vom 14. Oktober 2021): „Ich bin überzeugt, er wäre Nationalspieler geworden.“

23 Banach-Tore in 49 BL-Spielen für den FC hat es bis zu seinem Unfalltod gegeben. Zwei Mal netzt Banach für den BVB ein – in nur 14 Einsätzen. Die letzten beiden Treffer des Maurice Banach sehen die Fans in Müngersdorf am 7. November 1991, beim 4:1-Derbyerfolg gegen Fortuna Düsseldorf.



Greiner: „Wir standen unter Schock“

Eine Woche später bleibt Banach im Anschluss an das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 in seiner Heimatstadt Münster. Der FC-Angreifer will erst am 17. November 1991 zum FC-Mannschaftstraining nachkommen. Doch am Morgen des gleichen Tages prallt Maurice Banach bei überhöhter Geschwindigkeit auf der A 1 bei Remscheid an einen Brückenpfeiler. Sein Wagen geht in Höhe der Anschlussstelle Remscheid-Lüttringhausen in Flammen auf, Banach verbrennt in seinem Fahrzeug.

„Ich weiß, dass es die Saison war, in der unser Stürmer „Mucki“ Banach ums Leben kam“, erinnert sich Frank Greiner die Spielzeit 1991/92, „wir standen alle unter Schock, als uns diese Nachricht im November 1991 erreichte. Anschließend haben wir alle für Mucki gespielt.“

Das Bundesliga-Spiel der Kölner gegen Dynamo Dresden wird abgesagt. Beim Länderspiel Belgien – Deutschland (0:1) wenige Tage später gibt es in Brüssel-Anderlecht eine Schweigeminute für Banach. „Durch seine besonnene, zurückhaltende, aber zugleich fröhliche Art genoss er besondere Wertschätzung“, würdigte ihn der 1. FC Köln in einem Nachruf.



Maurice Banach bleibt „unvergessen“



Zusammen mit Banachs Familie und dem ehemaligen Kölner Profi Andreas Gielchen gibt es zum 30. Todestag 2021 ein Erinnerungs-Trikot („Mucki: Unvergessen“) zu Ehren des verstorbenen Torjägers herausgegeben werden. „Nur wer vergessen ist, ist tot. Wir werden dich, Mucki, NIE vergessen“, geloben die FC-Fans unmittelbar nach Banachs Tod auf einem Spruchband. Sie haben Wort gehalten. 



Irgendwas ist hier schief gelaufen. Sonst wäre ich nicht hier.

— Fredi Bobic, Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC.