KSC: Einstiger verlängerter Arm von Gerardo Seoane im Probetraining

von David Di Tursi17:18 Uhr | 28.09.2021
Karlsruher SC 2. Bundesliga Philipp Hofmann M'Bakata Salem Bakata Idriz Voca Christian Eichner

An den ersten beiden Spieltagen überwand Philipp Hofmann in der 2. Bundesliga gleich dreimal den gegnerischen Keeper. In den darauffolgenden sechs Partien konnte der KSC-Torjäger dann allerdings nur noch weiteren einen Treffer nachlegen. Am Wildpark will man den Sturm-Hünen trotz auslaufenden Vertrags natürlich dennoch unbedingt halten. Ob Hofmann derweil bald während er Saison einen oder sogar zwei neue Teamkollegen begrüßen darf, dürfte sich in den nächsten Tagen entscheiden: Der KSC hat zwei Spieler im Probetraining zu Gast.

M’Bakata und Voca spielen zur Probe vor

Wie der Zweitligist mitteilte, trainieren die aktuell vereinslosen Probespieler Idriz Voca und Salem M’Bakata bis zum morgigen Mittwoch mit der Mannschaft. Der 23-jährige M’Bakata ist in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa geboren, besitzt aber auch einen französischen Pass. Bis zum Sommer spielte der Rechtsverteidiger für den FC Sochaux. Für seinen Jugendverein hat der 1,77 Meter große M’Bakata in den letzten drei Jahren insgesamt 61 Spiele (vier Vorlagen) in der Ligue 2 bestritten.

Der vier Zentimeter größere Voca ist ein defensiver Mittelfeldspieler, kann jedoch auch als Innenverteidiger agieren. Als Eigengewächs schaffte er beim FC Luzern unter dem damaligen Trainer Gerardo Seoane den Durchbruch. Für den FCL stand Voca in 100 Spielen (vier Tore, fünf Assists) auf dem Rasen. Im 2020 wechselte der Kosovo-Schweizer auf eigenen Wunsch in die Türkei zu Ankaragücü. Nach dem Abstieg in zweite türkische Liga zog Voca in diesem Sommer eine Klausel und löste den Vertrag in Ankara auf.

Der kosovarische Nationalspieler (15 Länderspiele) wurde schon vor dem Türkei-Wechsel mit Werder Bremen in Verbindung gebracht. Auch nach der schweren Knieverletzung von Christian Groß kamen Gerüchte auf, die Hanseaten hätten erneut ein Auge auf den Abräumer geworfen. Falls KSC-Coach Christian Eichner sein Okay geben sollte, könnten der 24-Jährige sowie M’Bakata jetzt womöglich bald als Gegenspieler auf Werder treffen.

Hofmann: Pure Konstanz in Paderborn, Ingolstadt und Lautern

Eine besondere Aufgabe Eichners wird es in den nächste Wochen und Monaten sein, den wechselwilligen Philipp Hofmann von einem Verbleib in Karlsruhe zu überzeugen. „Er wird mich die nächsten Wochen kennenlernen. Ich werde um diesen Spielertyp kämpfen“, sagte der 38-Jährige im „Sport1“-Interview.

Der wuchtige Angreifer träumt noch immer von der 1. Bundesliga, zudem ist Hofmann mit 28 Jahren nicht mehr der Jüngste. Schon im letzten Sommer hatte er mit einem Abschied geliebäugelt. Bei seinem Herzensverein Schalke kann er sich als Eigengewächs nicht bei den Profis durchsetzen. Es beginnt 2013 eine regelrechte Odyssee und Hofmann tingelt fortan durch das deutsche Unterhaus.

Zunächst stürmt er für jeweils eine Saison in Paderborn, Ingolstadt und Lautern. Überall mit mittlerem Erfolg. Hofmann ist zwar immer gesetzt, macht auch mit erstaunlicher Konstanz seine Tore. In Paderborn sind es sieben in 32 Spielen, bei den Schanzern neun bei 33 Auftritten, für Lautern acht in ebenfalls 33 Partien. So wirklich überragt er in der 2. Liga aber nur aufgrund seiner 1,95 Meter Körpergröße.

Eichner: „War nicht abzusehen, als er zu uns kam“

2015 zieht es Hofmann für zwei Jahre zum FC Brentford, damals zweite englische Liga. Doch dort wird er ebenso wenig glücklich wie in Fürth, der ersten Station nach seiner Deutschland-Rückkehr. Nach nur einem halben Jahr verlässt er das Kleeblatt, steigt anschließend mit Liga-Konkurrent Braunschweig ab und kommt in der Folgesaison in der 3. Liga wieder auf die Beine. Dann schlägt 2019 der KSC zu.

Mittlerweile kommt Hofmann für die Badener in bislang 76 Spielen auf 50 Torbeteiligungen. Im Schnitt macht er knapp jedes zweite Spiel einen Treffer. Im Herrenbereich hat der Angreifer nirgends auch nur annähernd so gute Statistiken vorzuweisen wie beim KSC. Mit Blick auf einen möglichen Verbleib des Knipsers sagt Eichner daher: „Er weiß auch, was er an Karlsruhe hat. Und man darf nicht vergessen, als er zu uns kam, war noch nicht abzusehen, dass er so durch die Decke geht.“



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Uns hält jemand die Pistole an die Schläfe. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht selbst abdrücken.

— Thomas Brdaric über das abstiegsbedrohte Hannover 96.