Als Hecking noch der King war...

von Carsten Germann15.03.2026 | 12:03 Uhr
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Foto: Imago

Er ist wieder da! Am Samstagnachmittag feierte Dieter Hecking (61) sein Comeback als Trainer des VfL Wolfsburg – 1:1 (0:0) bei 1899 Hoffenheim in Sinsheim. Das ist ein Achtungserfolg für die abstiegsbedrohten „Wölfe“. Als Hecking zuletzt Trainer des VfL war, sahen die Dinge in der Bundesliga ganz anders aus…

Als Hecking noch der King war…

„Ich kenne keine KI, ich kenne nur DI, Dieters Intelligenz“, so locker plauderte Dieter Hecking bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Sinsheim, wie die geschätzten Kollegen der DAZN-Konferenz am Samstag zu berichten wussten.

  • Sieben Minuten fehlten zum perfekten Comeback – das 1:1 von Grischa Prömel (83.) rettete den Hoffenheimern wenigstens einen Punkt.

Dank Dieters Intelligenz schlugen die Wolfsburger gegen „Hoffe“ nach einer Ecke zu – 0:1 durch Kosta Koulierakis (65.) per Kopf.

  • Hoffenheim hatte das Hinspiel mit 3:2 gewonnen und dabei mit 1,16 XGoals drei Treffer erzielt.
  • Die letzten vier Siege hatten die Kraichgauer nach 0:1-Rückstand gegen Wolfsburg eingefahren. Das gelang dieses Mal nicht.
  • Mit diesem Achtungserfolg konnte Wolfsburg wenigstens den Rückstand auf Rang 16 und den FC St. Pauli (24 Punkte / 0:2 bei Borussia Mönchengladbach) um einen Zähler verkürzen.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wie viele Titel gewann Dieter Hecking mit dem VfL Wolfsburg?

Doch wie sah die Tabelle der Bundesliga aus, als Hecking am 17. Oktober 2016 nach einem 0:1 gegen RB Leipzig beim VfL Wolfsburg entlassen wurde?

  • Mit den Wolfsburgern feierte er 2015 mit der berühmten „King“-Kappe den DFB-Pokalsieg in Berlin gegen den BVB (3:1) und den DFL-Supercup-Sieg in der heimischen Volkswagen Arena gegen den FC Bayern München nach Elfmeterschießen.
  • Kein anderer Trainer holte zwei Titel mit dem VfL Wolfsburg im Herrenfußball.
  • Als Hecking gehen musste, stand Wolfsburg mit sechs Punkten auf Rang 14, zwei Punkte vor dem Relegationsplatz.

Legendäres Saisonfinale

Platz 16 belegte die Mannschaft aus der Autostadt dann am Saisonende – nach 1:2 im direkten Duell beim HSV am 34. Spieltag. Ein unvergessliches Saisonfinale.

Am Ende der Saison 2016/2017 verabschiedeten sich der FC Ingolstadt und Darmstadt 98 aus der Bundesliga.

Mit 15 Punkten am Spieltag der Hecking-Entlassung auf Rang drei und am Ende als Neuling Vizemeister: RB Leipzig.

  • Meister wurde der FC Bayern, der 1. FC Köln, der nach diesem Spieltag mit 15 Punkten als Zweiter grüßte, spielte 2017 erstmals nach 25 Jahren wieder im Europapokal (Europa League).
  • Der HSV, der zu diesem Zeitpunkt mit zwei Zählern Tabellenvorletzter war, rettete sich mit dem erwähnten 2:1 gegen die „Wölfe“ in letzter Sekunde über den ominösen Strich.

Das kann Hecking mit Wolfsburg 2026 auch noch schaffen, das Restprogramm hat es allerdings in sich.

Am kommenden Wochenende haben die Wolfsburger gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen ein Must-Win-Spiel.

  • Dann folgt ein Auswärtsspiel beim wiedererstarkten Bayer Leverkusen. Richtig knifflig wird es ab dem 32. Spieltag.
  • Ohne Punkte beim SC Freiburg, zu Hause gegen die Bayern und im direkten Duell beim FC St. Pauli könnte die Bundesliga-Ära in Wolfsburg nach 29 Jahren zu Ende gehen.