Wie weit kam Deutschland als Gruppenerster?

von Carsten Germann20:08 Uhr | 24.06.2024
Foto: Imago

Deutschland im Last-Minute-Jubel nach dem 1:1 gegen die Schweiz am späten Sonntagabend in Gruppe A in Frankfurt. Niclas Füllkrug (31) bescherte der DFB-Elf in der Nachspielzeit den Ausgleich und damit den Gruppensieg. Doch was ist Platz eins im weiteren Turnierverlauf wirklich wert – Das Portal Fussballdaten.de blickt auf die EM-Endrunden, die Deutschland in der Vergangenheit als Gruppensieger abschloss.

Der Blick auf die EM-Statistik seit 1980 und seit der Einführung der Gruppenspiele durch die UEFA zeigt: Es gibt nur zwei Optionen.

Gewann Deutschland seit 1980 seine EM-Vorrundengruppe, standen am Ende nur zwei Turnier-Resultate: „Aus“ im Halbfinale oder Europameister!

Den Titel gab es nach Gruppensieg 1980 und 1996 – mit einem 1:0-Erfolg zum Start gegen die CSSR und einem 3:2 gegen die Niederlande bei einem torlosen Remis gegen Griechenland bei der EURO 1980 in Italien.

1996 in England gewann die Mannschaft von Berti Vogts („Es waren die besten Spieler dabei, ja.“) 2:0 gegen Tschechien, 3:0 gegen Russland und holte im dritten Gruppenspiel in Manchester ein 0:0 gegen Italien.

2 Siege, 8:2 Tore

Nun waren es 2 Siege, darunter das 5:1 zum Start gegen Schottland, ein Remis gegen die Schweiz und 8:2 Tore.

„Die guten Zahlen dürfen Fußball-Deutschland nicht blenden“, schrieb der geschätzte Kollege Pit Gottschalk am Montagvormittag in einer WEB.DE-Kolumne, „die Leistung gegen die Schweiz ist – trotz der Last-Minute-Erlösung – nicht dazu angetan, übermütig zu werden.

Richtig. Bei aller Euphorie. Bei einer Niederlage gegen die Schweiz und damit als Gruppenzweiter wäre Deutschland im Viertelfinale dem mutmaßlichen Gegner Spanien – nach 2 Siegen in Gruppe B einer der Top-Favoriten – aus dem Weg gegangen.

Gruppensieger 2012 und 2016 - und dann?

Und: Bei den letzten 2 EURO-Ausgaben, bei denen Deutschland die Vorrunde als Tabellenführer abschloss, 2012 in Polen & der Ukraine und 2016 in Frankreich, herrschte nach der Vorrunde ebenfalls Riesen-Begeisterung. In beiden Jahren war jeweils im Halbfinale Schluss.

2012 beendeten Angstgegner Italien und der Exzentriker Mario Balotelli (2 Tore) in Warschau (2:1) den deutschen Titel-Traum.

Vier Jahre später verlor Deutschland in Marseille mit 0:2 gegen Gastgeber Frankreich. 



Das muss man verstehen, dass er Schwierigkeiten hat, sich einzugewöhnen. Er ist die deutsche Sprache noch nicht mächtig.

— Jürgen Wegmann zu den Sprachproblemen eines ausländischen Mitspielers