Wirbel um Salut-Torjubel türkischer Fußball-Nationalspieler

von Marcel Breuer19:15 Uhr | 13.10.2019
Nach dem Sieg in der EM-Qualifikation über Albanien salutieren einige türkische Spieler vor den Fans. Foto: Mahmut Burak Burkuk - Depo/Depo Photos via ZUMA Wire/dpa
In den Wirbel um den Torjubel türkischer Fußball-Nationalspieler in der EM-Qualifikation hat sich auch Bundesligist Fortuna Düsseldorf eingeschaltet.

Die Fortuna-Profis Kaan Ayhan und Kenan Karaman beteuerten demnach in einem Gespräch mit dem Verein, die Gesten beim 1:0-Sieg gegen Albanien seien lediglich «Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen» gewesen. Direkt nach dem Siegtreffer auf dem Platz und später auch in der Kabine hatten türkische Spieler, darunter auch Ayhan (24) und Karaman (25), mit der Hand an der Stirn salutiert.



Der türkische Fußballverband teilte zu den Szenen nach dem Siegtreffer mit: «Die Fußballer haben dieses Tor mit dem Militärgruß den Soldaten geschenkt, die in der "Operation Friedensquelle" dienen.» Der türkische Militäreinsatz richtet sich gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien. Der Einsatz wurde international scharf kritisiert.

Fortuna Düsseldorf will die Geschehnisse vom 11. September mit seinen beiden Profis nach deren Rückkehr von der Länderspielreise noch einmal aufarbeiten. Der Club sei «davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben», wurde Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zitiert.



Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will zunächst den offiziellen Spielbericht von der Partie abwarten, bevor eine Entscheidung über mögliche Ermittlungen in der Sache fällt. Nach den Statuten des Dachverbands sind politische Äußerungen und Gesten auf dem Spielfeld in UEFA-Wettbewerben untersagt.

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Emre Can bestätigte der «Bild»-Zeitung, dass er ein Foto des türkischen Siegtorschützen Cenk Tosun vom Salut-Jubel zunächst bei Instagram «gelikt» habe. Dies sei aber geschehen, «ohne jegliche Intention und auf den Inhalt zu achten», sagte Can der Zeitung und fügte hinzu: «Ich bin ein absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg.»

(dpa)

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— Thomas Hässler