Erfolg im Endspurt

von Günther Jakobsen11:23 Uhr | 28.08.2002
Gemeinsam mit dem FC Fulham (Sieger in den Endspielen gegen den FC Bologna) und dem FC Malaga (setzte sich gegen Villareal durch) hat der VFB Stuttgart über den Umweg UI-Cup die Teilnahme am UEFA-Cup-Wettbewerb geschafft. Balakow und Kuranyi sorgten für das Aufatmen im Schwabenland.

Dass der VfB den Erfolg über den OSC Lille dringend herbeigesehnt hat, verdeutlichte die Reaktion von Trainer Felix Magath nach dem 2:0-Rückspielerfolg. Generös tat der Stuttgarter Coach zwei vom dänischen Schiedsrichtergespann nicht gegebene, reguläre VfB-Treffer mit einem kurzen „kann passieren“ ab, und freute sich über den Last-Minute-Sieg seiner Schützlinge. Zudem nutzte er die Gelegenheit, seinen, aufgrund des überaus gut ausgelegten Vertrages in die Kritik geratenen Spielmacher Krassimir Balakow, in Schutz zu nehmen: „Bala ist sein Geld wert“.


In der Tat war Balakow die spielentscheidende Figur dieses Spiels. Kurz nach dem Seitenwechsel scheiterte der Bulgare noch mit einem vergebenen Handelfmeter (48., an den Pfosten). Dann trieb der unermüdliche Regisseur jedoch sein Team nach vorn und erzielte aus kurzer Distanz in der 83. Minute den 1:0-Führungstreffer für die Schwaben, der den 1:0-Hinspielerfolg des OSC Lille egalisierte. Die Stuttgarter drückten in der Folge weiterhin auf das Gehäuse der dezimierten Franzosen, Pichot musste wegen des Handspiels aus der 47. Minute vom Platz, und wurden zwei Minuten vor dem regulären Spielende durch den 2:0-Siegtreffer des eingewechselten Kuranyi belohnt.


Auf dem Weg in den UEFA-Cup hatten die Stuttgarter zuvor Sporting Lokeren, den AC Perugia und NK Slaven Belupo aus dem Rennen geworfen. Für die wirtschaftlich schwer gebeutelten Stuttgarter winken nun durch die UEFA-Cup-Teilnahme sowohl finanzielle Entlastung wie auch sportlich reizvolle Perspektiven. Diese Chance hatten die beiden anderen beteiligten Bundesligaklubs gleich bei ihren ersten Auftritten vertan. Mit zwei Niederlagen (0:1 und 0:4) scheiterte 1860 München gegen die international noch nicht auffällig in Erscheinung getretenen Kicker von Bate Borisow (Weißrussland). Kaum besser präsentierte sich der 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Teplice (Tschechien). Zwar gewannen die Pfälzer ihr Heimspiel noch mit 2:1, gingen dann jedoch ebenfalls in der Fremde mit 0:4 ein.

Das Leben ist kein FC Bayern. Das Leben ist eher wie der Club.

— Thomas Grethlein Aufsichtsratvorsitzender des 1. FC Nürnberg und promovierter Philosoph.