Erst BVB schlagen, dann den Coach feuern?

von Carsten Germann21.01.2026 | 11:31 Uhr
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Foto: Imago

Borussia Dortmund hat sich am Dienstagabend beim 0:2 (0:2) bei den Tottenham Hotspur am siebten Liga-Spieltag der Champions League – wie im Vorjahr beim 1:2 in Bologna – in eine prekäre Tabellensituation gebracht. Der BVB ging von Platz zehn runter auf zwölf und hat nun in der kommenden Woche ein „Endspiel“ gegen Inter Mailand.

Bizarr mutet die Bilanz der „Spurs“ in der Champions League an. Die Londoner, die sich erst als Europa-League-Sieger qualifizieren konnten, stehen mit 14 Punkten und nur einem Zähler weniger als Bayern München aktuell direkt im Achtelfinale. Sie können am nächsten Mittwoch in Frankfurt alles klar machen.

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In der englischen Premier League kassierte Tottenham bereits neun Niederlagen – und der dänische Trainer Thomas Frank steht trotz des Sieges gegen den BVB weiter zur Disposition.

Platz vier – und doch Trainerwechsel bei Tottenham?

Vor dem Spiel gegen Dortmund sah das Kicker-Sportmagazin klar: „Nur mit einem Heimsieg wird Thomas Frank wohl seinen Job als Trainer retten.“

In den letzten Wochen hatte es im Tottenham Hotspur Stadium immer wieder Sprechchöre der enttäuschten Fans gegen Frank gegeben.

Der noch als USA-Nationaltrainer wirkende Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino („The Posch“ / führte den Klub 2019 ins Champions-League-Finale), der bei Real Madrid entlassene Xabi Alonso und der am Saisonende beim London-Rivalen Crystal Palace aussteigende Oliver Glasner werden an der White Hart Lane als Nachfolger gehandelt.

  • Franks Mannschaft hatte bis zum Duell gegen den BVB nur eines der letzten sieben PL-Spiele gewonnen.
  • Gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga trat der Europa-League-Sieger stark ersatzgeschwächt an – unter anderem fehlten der nicht für die CL gemeldete Mathys Tel und der gesperrte Micky van de Ven.

Der mit 95 Millionen Euro immer noch teuerste Abgang von Eintracht Frankfurt, Randal Kolo Muani, jetzt Tottenham, stand entgegen der Vermutung des geschätzten englischen Kollegen Keir Radnedge nicht in der Startelf.

Wie spielte der BVB gegen englische Klubs in der Champions League?

Borussia Dortmund setzte seine schwarze Serie gegen englische Mannschaften seit dem Jahr 2000 in der Champions League fort.

  • 26-mal spielte Dortmund seitdem gegen ein Team aus der Premier League.
  • Dabei landete man nur sieben Siege, zuletzt am 7. November 2023 in der damals noch ausgespielten Gruppenphase gegen Newcastle United (2:0).
  • Zum fünften Mal gab es allein in fünf Champions-League-Begegnungen gegen Tottenham Hotspur eine Niederlage.
  • Begonnen hatte diese Negativ-Serie am 13. September 2017 im Londoner Wembley-Stadion, mit einem 3:1 für die „Spurs“ und zwei Toren von Harry Kane.
  • Beide Duelle gegen englische Klubs gingen für die Dortmunder in der aktuellen CL-Ligaphase gingen verloren – zuvor setzte es ein 1:4 bei Manchester City.

Nach 24 Minuten in Unterzahl nach Rot für Daniel Svensson, verlor der BVB hoch verdient.

„Die erste Halbzeit war beinahe ein Totalausfall“, kommentierte BVB-Idol Mats Hummels (37) anschließend bei Amazon Prime, „ich glaube, ohne BVB-Vergangenheit würde ich das ,beinahe` sogar weglassen.“