Europa League

Leverkusen will endlich stabil werden

08:39 Uhr | 08.11.2018




Leverkusen (dpa) - 2:3, 6:2, 5:0, 1:4 - Bayer Leverkusen stand in den vergangenen Wochen für Spektakel und viele Tore. Nicht immer zur Freude von Bayer-Coach Heiko Herrlich. Die wechselnden Ergebnisse sorgten für ständige Unruhe beim Fußball-Bundesligisten.

«Wir haben uns ja fast schon daran gewöhnt, dass es unruhig ist», sagte Herrlich.

Der mit einem Sieg gegen den FC Zürich und einem Unentschieden im Parallel-Spiel zwischen Ludogorez Rasgrad und AEK Larnaka aber schon am drittletzten Spieltag der Europa League den Einzug in die K.o.-Runde perfekt machen kann. Um irgendwann vielleicht in Ruhe zu arbeiten. «Diese Sehnsucht nach Ruhe ist immer da, unabhängig von der Achterbahnfahrt, die wir hinter uns haben», sagte Herrlich: «Natürlich ist es unser Ziel, wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Aber das werden nur die Ergebnisse bringen.»

DEFENSIVE PRIORITÄT: Die Erkenntnis aus den Tor-Festivals mit nicht immer gutem Ausgang: Bayer muss endlich den Laden dicht kriegen und defensiv stabil werden. «Wir haben sehr viele Tore geschossen», sagte der Trainer. «Aber wir haben definitiv zu viele Gegentore bekommen. Und sie sind teilweise auch viel zu einfach gefallen.» Deshalb müsse es «das vorrangige Ziel sein, dass wir weniger Gegentore bekommen. Am Donnerstag, am Sonntag und am besten für die ganze Saison.»

PERSONAL: Der zuletzt sehr starke Karim Bellarabi, der nach abgelaufener Rotsperre in fünf Pflichtspielen sieben Mal traf, und Abwehrchef Sven Bender werden wegen muskulärer Probleme geschont. Dafür ist Charles Aranguiz, der wegen anhaltender Patellasehnen-Probleme in dieser Saison noch nie im Kader stand, ein Kandidat für die Startelf. Gleiches gilt für Julian Baumgartlinger, der am Samstag nach mehr als dreimonatigem Ausfall wegen eines Innenbandrisses, sein Comeback als Einwechselspieler gab.

BEWÄHRUNGSCHANCE: Eine Bewährungschance könnte am Donnerstag Lucas Alario bekommen. Der Argentinier kam in den letzten vier Spielen nur einmal für neun Minuten zum Einsatz. Und die Begründung Herrlichs dafür klingt hart: «Wir haben viel rotieren lassen. Aber in den letzten drei Spielen wollte ich das Leistungsprinzip gelten lassen.» Alario, der noch ohne Bundesliga-Tor in dieser Saison ist, habe «schon viele Chancen gehabt», er erwarte sich eine Steigerung, so Herrlich. Dennoch sei am Donnerstag vielleicht ein guter Moment für eine neue Chance. Im bisher einzigen Europa-League-Heimspiel gegen Larnaka traf Alario beim 4:2 doppelt.

MINUSKULISSE: Ein volles Haus erwartet Leverkusen am Donnerstag nicht. Nach eigenen Angaben rechnet der Verein nur mit 16 000 Zuschauern. Die BayArena wäre damit nur halb gefüllt.

SPIELVERDERBER: Im Hinspiel schaffte Trainer Ludovic Magnin mit dem FC Zürich einen vereinshistorischen Sieg: Den ersten im zwölften Europacup-Spiel gegen einen Bundesligisten. Am Donnerstag hofft er auf den zweiten. «Einmal ist keinmal», sagte der frühere Bundesliga-Profi des VfB Stuttgart und von Werder Bremen lachend: «Wir wollen Leverkusen wieder ärgern.»

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Das war die roteste Karte seit der Erfindung dieser Einrichtung.

— Erich Laaser