Europa League

Weiter, aber unzufrieden: RB-Profis hadern mit sich selbst

07:43 Uhr | 23.02.2018

0:1 Piotr Zielinski (32.)
0:2 Insigne (86.)



Nach Vorfreude auf das nächste Europa-League-Los war den abgekämpften Spielern von RB Leipzig erstmal nicht zumute. Die Art und Weise, wie der deutsche Fußball-Vizemeister vom SSC Neapel doch noch an den Rand des Ausscheidens gebracht worden war, wurmte sie gewaltig.

«Wir sind verärgert und enttäuscht wegen des Spiels, weil wir fast gar nichts gezeigt haben, was uns ausmacht. Wir müssen halt anerkennen, dass Napoli eine Klasse besser war», meinte Offensivmann Marcel Sabitzer. Die Neapolitaner hätten RB teilweise die Grenzen aufgezeigt, räumte Mittelfeldspieler Diego Demme ein.

Spätestens an diesem Freitag ab 13.00 Uhr dürfte aber der Stolz überwiegen, nach dem 3:1 im Hinspiel trotz einer 0:2-Niederlage in der heimischen Red Bull Arena bei der Auslosung in der UEFA-Zentrale in Nyon mit dabei zu sein. «Wir hatten ein Ziel: eine Runde weiterkommen, egal wie! Das haben wir geschafft», sagte Torwart Peter Gulacsi.

Zweimal musste er am Donnerstag hinter sich greifen, wäre die Partie 0:3 ausgegangen, wäre Leipzig draußen gewesen und der überzeugende Auftritt eine Woche zuvor im Stadion San Paolo nur noch eine Anekdote zu der ersten Europa-Reise der Leipziger gewesen. So aber geht es weiter. Neapel reichten die Treffer durch Piotr Zielinski und den überragenden Lorenzo Insigne in der 33. und 86. Minute nicht.

«Das war ein brutal starker Gegner», meinte Trainer Hasenhüttl. «Wir haben es aber geschafft, so eine Mannschaft aus dem Wettbewerb zu werfen. Das ist für uns auch ein Riesending.» Es sei wunderschön, in einer dieser Kugeln mit RB Leipzig bei der Auslosung dabei zu sein: «Das erfüllt uns mit Stolz. Diese Spiele machen uns besser, sie sorgen für eine gute Entwicklung unsrer Jungs.»

Die Niederlage gegen den SSC war für RB allerdings auch die zweite nacheinander. Hatte das 1:2 am Montag bei Eintracht Frankfurt wichtiges Personal gekostet, raubte das Heimspiel vor 36 163 Zuschauern in der bei weitem nicht ausverkauften Arena weitere Energie. «Es war ein sehr laufintensives Duell», räumte Angreifer Yussuf Poulsen ein.

Viel Zeit zur Erholung bleibt aber nicht: Am kommenden Sonntag erwartet RB den Bundesliga-Letzten 1. FC Köln. Einen Ausrutscher können sich die Sachsen dann auf keinen Fall erlauben, sonst drohen sie im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League ins Hintertreffen zu geraten. Eine Woche später reist in Borussia Dortmund ein unmittelbarer Konkurrent an. Ob die gegen Neapel verletzt fehlenden Naby Keita (Oberschenkelzerrung) im Mittelfeld und Willi Orban (Fleischwunde am Knie) gegen Köln schon wieder einsatzfähig sein werden, ist fraglich.

Die Innenverteidigung zumindest war aber auch nicht das größte Problem der Leipziger, obwohl Hasenhüttl neben dem gesetzten 19 Jahre alten Dayot Upamecano den 18 Jahre alten Ibrahima Konaté aufbot. Dass Insigne und der im Hinspiel gesperrte Dries Mertens nicht komplett zu neutralisieren sein würden, war jedem klar.

Allerdings konnte sich RB kaum eigene Chancen rausspielen. Die offizielle Spielstatistik wies null Schüsse aufs gegnerische Tor aus, dagegen acht der Gäste. Neapel habe ein Gesicht gezeigt, dass er eigentlich schon im Hinspiel erwartet habe, meinte Hasenhüttl und wähnte sich auch ein wenig glücklich, beim ersten Duell eine Woche zuvor mit seiner RB-Mannschaft unterschätzt worden zu sein.

(dpa)

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Das macht uns so unberechenbar. Keiner weiß, wann er ausgewechselt wird.

— Thomas Helmer