Cacau lobt Entwicklung des Frauenfußballs

von Marcel Breuer05:25 Uhr | 25.06.2019
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Cacau ist sehr angetan von den Spielen der Frauen-WM in Frankreich.

«Ich finde es überragend, wie sich der Frauenfußball die vergangenen Jahre entwickelt hat. Die Qualität und die Rahmenbedingungen werden gerade international immer besser», sagte der DFB-Integrationsbeauftragte im Interview der «Frankfurter Rundschau».

Der Deutsch-Brasilianer bedauert das Achtelfinal-Aus des Teams um die sechsmalige Weltfußballerin Marta gegen WM-Gastgeber Frankreich am Sonntag (1:2 nach Verlängerung). «Sie haben eine tolle Leistung abgeliefert, es war eine hochspannende Partie in einer tollen Atmosphäre. Es könnte das letzte WM-Spiel von Marta gewesen sein», sagte Cacau, der sich das Spiel in Le Havre wie auch tags zuvor den Viertelfinal-Einzug gegen Nigeria in Grenoble vor Ort angeschaut hatte.

36

Cacau
AngriffDeutschland
Zum Profil

Person
Alter
38
Größe
1,79
Gewicht
74
Fuß
R
Daten

Bundesliga

Spiele
307
Tore
88
Vorlagen
38
Karten
6111


Marta riet er, «ihr Ansehen und ihre Strahlkraft» direkt in der Heimat einzubringen. «Es bräuchte einen professionellen Ligabetrieb dort im Frauenfußball. Vereine und Verbände müssten erkennen, dass sie mehr tun müssen.» Viele Talente und Spielerinnen fänden dort keine professionellen Bedingungen vor. Sie müssen mehr gefördert werden: «Nur dann lassen sich jene Martas finden, die jetzt noch versteckt sind. Ich habe das Gefühl, sie kommen gar nicht zum Vorschein. Insofern ist Frankreich verdient weitergekommen, weil dort sehr viel für den Frauenfußball getan wird», sagte der 38-Jährige.



Um Frauenfußball noch populärer zu machen, müsse man die Vorzüge und die Unterschiede zu den Männer-Spielen noch mehr herausstreichen: «Es ist doch interessant, dass es in den Spielen ehrlicher zugeht: Es wird auch weniger mit den Schiedsrichterinnen geredet, es wird fairer gespielt, es gibt weniger Schwalben», betonte Cacau. «Wenn das mehr hervorgehoben wird, können die Frauen punkten.»

(dpa)

Am Montag nehme ich mir vor, zur nächsten Partie zehn Spieler auszuwechseln. Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier Spieler. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, dass ich doch wieder dieselben elf Scheißkerle einsetzen muss wie in der Vorwoche.

— John Toshack