Rapinoe kritisiert IOC-Richtlinien: "Wir werden nicht zum Schweigen gebracht"

von Jean-Pascal Ostermeier11:26 Uhr | 11.01.2020
Megan Rapinoe bleibt ihrer Linie treu
US-Fußballstar Megan Rapinoe hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die neuen Richtlinien zu politischen Meinungsäußerungen bei Sommer- und Winterspielen kritisiert. "Es wird so viel wegen der Proteste gemacht, und so wenig für das, wogegen wir protestieren", schrieb die Weltmeisterin bei Instagram und kündigte an: "Wir werden nicht zum Schweigen gebracht."

Nach den Leitlinien zur Regel 50 der Olympischen Charta sind Proteste und Demonstrationen unter anderem an allen olympischen Wettkampfstätten inklusive des Olympischen Dorfes, während der Medaillenzeremonien und während der Eröffnungs- und Schlussfeier untersagt. Dazu gehören explizit das Zeigen von politischen Botschaften, politische Gesten wie das Knien oder Verstöße gegen das Protokoll bei Siegerehrungen.

15

Megan Rapinoe
AngriffUnbekannt
Zum Profil

Person
Alter
34
Größe
1,67
Daten
Spiele
20
Tore
10
Vorlagen
6
Karten
4--


Rapinoe, die sich sein Jahren als unermüdliche Aktivistin gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung einsetzt, geht das natürlich gegen den Strich. Auf dem Bild in ihrem Instagram-Post werden Fäuste durch die fünf Olympischen Ringe hindurch in die Höhe gereckt, darüber stehen die Begriffe "Hinknien", "Handzeichen", "Plakate" - alle sind durchgestrichen.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte am Freitag die Richtlinien verteidigt. "Die Olympischen Spiele sind eine globale Plattform für Athleten und ihre sportlichen Leistungen", sagte Bach: "Sie sind keine Plattform und dürfen niemals eine Plattform werden, um politische oder andere potenziell spaltende Ziele voranzutreiben."



Rapinoe (34) sieht das völlig anders. Die Mittelfeldspielerin weigert sich seit Jahren, die US-Hymne mitzusingen und boykottierte nach dem Sieg im Finale der WM in Frankreich die Einladung von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus.

(sid)

Das ist nun das zweite Mal, dass er zwischen sich und dem Tor stand.

— Brian Marwood über Terry Phelan