Ronaldo und Zidane schon raus - Wiedervereinigung in Turin?

von Marcel Breuer13:36 Uhr | 08.08.2020
Wird nach dem Aus in der Champions League kritisiert: Real Madrids Trainer Zinedine Zidane. Foto: Peter Powell/POOL EPA/AP/dpa
Für die italienischen Gazetten ist die Sache nach dem Champions-League-K.o. von Juventus Turin und Superstar Cristiano Ronaldo klar. «Sarri raus», titelte «Tuttosport» und die «Gazzetta dello Sport» urteilte: «Sarri ist gescheitert».

Freitag, 07.08.2020



Nach dem 2:1 gegen Olympique Lyon, was nach dem 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel nicht reichte, wurde die Trainerdiskussion gleich in Gang gesetzt. Wunschkandidat Nummer eins für die Nachfolge von Coach Maurizio Sarri sei Ex-Weltfußballer Zinedine Zidane. Da traf es sich ganz gut, dass der französische Starcoach zeitgleich mit Rekordsieger Real Madrid durch das 1:2 bei Manchester City ebenfalls im Achtelfinale scheiterte und sich in Spanien auch Kritik anhören musste.

7

Cristiano Ronaldo
AngriffPortugal
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Person
Alter
35
Größe
1,85
Gewicht
80
Fuß
B
Saison 2019/2020

Serie A

Spiele
33
Tore
31
Vorlagen
6
Karten
3--


Kommt es nun zum Wechselspiel auf den Trainerbänken der europäischen Schwergewichten? Zumindest Sarri muss sich ernste Sorgen machen. Die Worte von Clubchef Andrea Agnelli könnten nichts Gutes bedeuten. «Wir nehmen uns jetzt den einen oder anderen Tag, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen», sagte Agnelli und sprach von einer «süßsauren» Saison. Der Gewinn der neunten Meisterschaft war nur das Pflichtprogramm. Das wurde bereits Sarris Vorgänger Massimiliano Allegri im vergangenen Jahr zum Verhängnis.

Juventus Turin
Serie A
Rang: 5Pkt: 4Tore: 5:2



Der Auftrag ist klar, nur der Champions-League-Titel zählt bei Juve. Dafür haben die Italiener Cristiano Ronaldo vor zwei Jahren für rund 100 Millionen Euro von Real Madrid geholt. Doch Ronaldo alleine kann es auch nicht richten. Hatte der Portugiese im Vorjahr noch mit einem Dreierpack gegen Atletico Madrid das Achtelfinal-Aus abgewendet, waren diesmal seine zwei Tore gegen Lyon zu wenig.

Zumindest Ronaldo steht bei Juve weiter hoch im Kurs. Zuletzt hatte es noch Gerüchte gegeben, dass er mit einem Weggang aus Turin liebäugele. «In bin überzeugt, dass er bleibt», entgegnete Agnelli. «Er ist ein Eckpfeiler unserer Mannschaft.»

Zidane Zinedine
TrainerFrankreich
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Vorerst muss Ronaldo auf seinen sechsten Triumph in der europäischen Königsklasse warten. Die letzten drei davon hatte der 35-Jährige in Madrid unter Coach Zidane gefeiert, der erstmals ein K.o.-Duell mit Real als Trainer verlor. Das brachte ihm gleich Kritik ein. «Zizou» sei nie ein Strategie-Genie gewesen, das wisse man, hieß es in einer TV-Talkrunde nach der Pleite. Dass er aber in Manchester von der Bank aus praktisch nichts getan habe, um eine Wende herbeizuführen, sei «unverzeihlich».

Vergessen ist scheinbar der erste Meistertitel für Real seit 2017, der mit einem Super-Lauf nach der Corona-Zwangspause perfekt gemacht wurde. Doch gegen City war bereits die Ausgangslage nach dem 1:2 im Hinspiel schlecht. Zwei Fehler des französischen Weltmeisters Raphaël Varane gaben Real in Manchester den Rest. «Wir können trotzdem stolz sein auf das, was wir geschafft haben. 95 Prozent der Saison waren exzellent», sagte Zidane und fügte mit Blick auf seine persönliche Zukunft hinzu: «Ich bin Coach von Real, solange nicht etwas Außergewöhnliches passiert.»

Beim Final-Turnier in Lissabon werden damit einige Top-Clubs fehlen. Titelverteidiger FC Liverpool war bereits vor der Corona-Pause gegen Atletico Madrid ausgeschieden, nun folgten auch noch die Meister aus Spanien und Italien. Ex-Weltmeister Toni Kroos will nach dem Real-Aus auch nichts mehr von dem Turnier sehen. «Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich mir den Rest anschauen werde», verriet er. «Wenn ich Urlaub mache, dann mache ich Urlaub, und dann auch ohne Fußball.»

© dpa-infocom, dpa:200808-99-89520/3

(dpa)

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