«Jungtürken»-Aussage: Sport1 verteidigt Reif gegen Kritik

von Marcel Breuer07:37 Uhr | 12.01.2021
Sorgte mit seinem Aussagen im Sport1-«Doppelpass» für Aufregung: Marcel Reif. Foto: picture alliance / dpa
Der TV-Sender Sport1 hat den langjährigen Bundesliga-Experten und Sportkommentator Marcel Reif gegen Kritik an dessen Äußerungen in der Talk-Sendung «Doppelpass» verteidigt.

Der 71-Jährige hatte am Sonntag in einer Debatte über Spieler des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund gesagt: «Nach dem Spiel gegen Stuttgart gab's ja die Herren Reus und Hummels, nicht etwa irgendwelche Jungtürken, sondern schon die Herren, um die es geht, die gesagt haben: "Pass auf, wir sind eine Mannschaft, die kann nicht verteidigen".» In den sozialen Netzwerken hatte sich daraufhin eine Debatte um den von Reif verwendeten Begriff «Jungtürken» entwickelt, der ihm zum Teil als Rassismus ausgelegt wurde.



Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk sagte auf Anfrage: «Dieser Begriff war zu keinem Zeitpunkt rassistisch gemeint gewesen. Das hat Marcel Reif in der Sendung auch noch einmal explizit klargestellt». Er betonte: «Grundsätzlich distanzieren wir uns wie auch unser Partner Check24 klar und deutlich von allem rassistischen Gedankengut».

Der Namenssponsor der Sendung «Doppelpass» bei Sport1 hatte ein Gespräch mit dem Sender angekündigt. «Check24 verurteilt jegliche Form von Rassismus. Es tut uns sehr leid, dass es zu diesen Aussagen gekommen ist», teilte eine Sprecherin des Vergleichsportals in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Borussia Dortmund
Bundesliga
Rang: 7Pkt: 29Tore: 35:26



Reif hatte sich noch während der Sendung zu seinen Aussagen geäußert. «Ich gebe zu, dass ich das Wort Jungtürken manchmal im Sprachgebrauch habe. Aber ist da ein rassistischer Unterton? Helft mir mal bitte, falls ich da etwas verpasst habe», sagte er nach Sport1-Angaben. Sollte er irgendjemandes Gefühle verletzt habe, entschuldige er sich dafür in aller Form. «Mir fehlt aber so ein bisschen die Tiefe des Gedanken», sagte er.


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(dpa)

Das Tor steht in der Mitte.

— Franz Beckenbauer