Schottische Regierung droht mit Unterbrechung der Saison

von Marcel Breuer12:28 Uhr | 11.08.2020
Sorgte mit siner heimlichen Reise nach Spanien für einen Eklat: Der für Celtic Glasgow spielende Belgier Boli Bolingoli. Foto: Jeff Holmes/PA Wire/dpa
Die schottische Regierung hat mit einem vorläufigen Stopp des Fußball-Betriebs gedroht, nachdem es in der Liga zu mehreren Verstößen gegen die Corona-Regeln gekommen ist.

Sollte die öffentliche Gesundheit durch Vorfälle im Fußball gefährdet werden, habe man «keine andere Wahl, als zu prüfen, ob wir eine Pause im schottischen Fußball benötigen», teilte die Regierung mit. Die neue Saison der Scottish Premiership läuft seit dem 1. August ohne Publikum und mit strengen Sicherheitsvorschriften.


Zuletzt sorgte der Celtic-Profi Boli Bolingoli für einen Eklat. Der Belgier war laut britischen Medien heimlich nach Spanien gereist. Danach hatte er sich nicht wie vorgeschrieben in Isolation begeben und war am Sonntag beim 1:1 in Kilmarnock zum Einsatz gekommen. Celtic Glasgow erfuhr erst im Nachhinein vom Spanien-Trip seines Spielers. Der Club kündigte eine Untersuchung an und drohte dem 25-Jährigen mit Konsequenzen. Bolingoli entschuldigte sich öffentlich für seinen «riesigen Fehler».


Vorher war schon Bolingolis Mannschaftskollege Leigh Griffiths von Celtic verwarnt worden, weil er bei einer Party für seine Freundin gegen die Abstandsregeln verstoßen haben soll. Laut Medienberichten hatte Griffiths auf der Feier eine Person mehr zu Gast gehabt, als die Regierung gegenwärtig erlaube. Bei Zusammenkünften unter freiem Himmel sind maximal 15 Menschen zugelassen. Griffiths Freundin hatte in sozialen Medien Bilder der Feier gepostet, die sie später löschte.


Obendrein war in der Vorwoche in der Scottish Premiership ein Spiel zwischen dem FC Aberdeen und dem FC St. Johnstone verschoben worden, weil zwei Aberdeen-Profis positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sechs weitere Spieler mussten sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, weil sie zuvor gemeinsam mit den beiden eine Bar besucht und den Sicherheitsabstand vernachlässigt hatten. Auch das hatte in Schottland für großen Ärger gesorgt.

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(dpa)

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— Peter Weiand