EM-Botschafter Lahm: Fußball in einer «existenziellen Krise»

von Marcel Breuer08:58 Uhr | 29.03.2020
Botschafter für die paneuropäische Fußball-EM 2021: Philipp Lahm. Foto: Matthias Balk/dpa
EM-Botschafter Philipp Lahm sieht den Fußball derzeit «in einer existenziellen Krise» und ruft daher zur Solidarität auf.

«Der Fußball wird sich rasch erholen, sobald durch einen entsprechenden Impfstoff die Gefahr der Übertragung eingedämmt ist. Voraussetzung dafür ist, dass es uns gelingt, in der Corona-Krise die Strukturen zu erhalten, die den deutschen Fußball auszeichnen und die Bundesliga zu einer der Topligen weltweit gemacht haben», sagte der Weltmeister von 2014 in einem Interview der «Welt am Sonntag».



Er meine damit vor allem «die exzellente Nachwuchsarbeit, die Leistungszentren, die hervorragenden Stadien, die besten Trainingsbedingungen, die hohen Beliebtheitswerte in der Öffentlichkeit und die sehr gute mediale Präsenz».

Der Fußball könne nach Überzeugung des langjährigen Kapitäns von Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen - unter einer Bedingung: «Wenn Spieler und Offizielle durch ihr soziales Verhalten eine Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit einnehmen», betonte der der 36 Jahre alte Geschäftsführer der DFB Euro GmbH. «Die Spendenaktionen von Trainern und Spielern zeigen, dass sie ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein haben. Es ist eine gute Zeit, um der Gesellschaft, die unseren Sport trägt, und den Menschen, die sich für den Fußball begeistern, etwas zurückzugeben», sagte Lahm.


Die Frage, wie es nach der auf den Sommer 2021 verschobenen Fußball-EM mit dem Spielort München weitergehe, werde erst nach der dortigen Bürgermeister-Stichwahl an (diesem) Sonntag geklärt. Von allen zwölf Städten der paneuropäischen EM «muss jetzt erst mal die erneute Zusage kommen, dass sie weiter Spielort sein wollen», meinte Lahm. «Falls eine Stadt nicht mehr dabei sein kann oder will, müsste sie das zeitnah mitteilen.» Die UEFA spiele gerade «viele Szenarien» durch.

(dpa)

Von der Anzahl her hatten wir mehr Chancen.

— Ottmar Hitzfeld