Fritz Keller: Gündogan und Can «nicht unschuldig»

von Marcel Breuer13:07 Uhr | 07.11.2019
DFB-Präsident Fritz Keller (l) und Ilkay Gündogan (r) im Rahmen des Estland-Spiels. Foto: Federico Gambarini/dpa
Der neue DFB-Präsident Fritz Keller hat Ilkay Gündogan und Emre Can für ihre Social-Media-Likes für den türkischen Salut-Jubel kritisiert, die deutschen Fußball-Nationalspieler aber in der gesellschaftlichen Grundsatzdebatte um Integration in Schutz genommen.

Sie seien «nicht unschuldig an der erneuten Diskussion», schrieb der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in einem Beitrag für die Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstag) und betonte: «Mit sensiblen Themen muss man auch bei Social Media sensibel umgehen. So viel darf man erwarten. Und auch wir als DFB müssen uns kritisch hinterfragen, ob wir im Umgang mit dem Thema alles richtig machen.»



Die Aktion der Nationalspieler hatte um das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Oktober in Estland (3:0) für Aufregung gesorgt. Gündogan und Can hatten bei Instagram ein Foto geliked, das türkische Fußballer zeigt, die nach dem Siegtor von Cenk Tosun beim 1:0 gegen Albanien mit der Hand an der Stirn salutieren.

Die türkischen Fußballer wollten damit ihre Solidarität mit den Soldaten demonstrieren, die an der international verurteilten «Operation Friedensquelle» gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien im Einsatz waren. Gündogan und Can zogen ihre Likes anschließend zurück und beteuerten, dass sie keine politische Aussage treffen, sondern ihrem ehemaligen Mitspieler Tosun gratulieren wollten.



In seinem Beitrag schrieb Keller, dass die «gesamte deutsche Gesellschaft» überfordert sei bei den Fragen, wie Integration gelingen könne. «Was kann und muss jeder einzelne und jede einzelne von uns dazu beitragen? Wie zum Beispiel umgehen mit der Türkei unter Erdogan? Vor diesem Hintergrund ist es zu viel verlangt, dass ausgerechnet zwei Fußball-Nationalspieler mit türkischen Wurzeln die perfekte Lösung präsentieren sollen, die ein ganzes Land nicht findet», formulierte der ehemalige Präsident des SC Freiburg.

(dpa)

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Muss ich das jetzt als Frage verstehen oder die Antwort so beantworten, wie Sie sie in ihre Frage reingelegt haben? Sie haben Ihre Frage so gestellt, dass ich das Gefühl haben muss, als wenn ich das, was Sie gerade gesagt haben, vorher schon gesagt hätte. Das habe ich aber nicht gesagt. Dem was ich gesagt habe, möchte ich nichts hinzufügen.

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