Grasshopper-Präsident nach Skandalspiel: "Es war Erpressung"

von Jean-Pascal Ostermeier11:13 Uhr | 13.05.2019
Einen Tag nach dem von skandalösen Umständen begleiteten Abstieg des Schweizer Fußball-Rekordmeisters Grasshopper Zürich im Spiel beim FC Luzern hat Vereinspräsident Stephan Rietiker jegliche Form von Gewalt verurteilt.


"Wir werden definieren müssen, was sind Fans und was sind Chaoten", sagte er auf einer Pressekonferenz. Anhänger der Grasshopper hatten nach dem vierten Gegentor ihren Block verlassen und sich am Spielfeldrand versammelt, eine sichere Fortführung der Partie war daher nicht mehr gewährleistet. Das Spiel wurde beim Stand von 4:0 für Luzern abgebrochen.

"Irgendwann kam der CEO und sagte, die Fans wollen einen Verantwortlichen von GC sehen. Für mich war klar, dass ich gehe. Es war kein Kniefall, sondern eine Deeskalation", erklärte Rietiker. Die Fans forderten die Spieler zudem auf, ihre Trikots und Hosen auszuziehen. Laut des Präsidenten habe es keine andere Option gegeben.

Grasshopper Club Zürich
Super League
Rang: 10Pkt: 24Tore: 28:59



"Es sind klare Drohungen von Fans ausgesprochen worden. Es ist klare Erpressung. Aber ich musste abwägen. Es gab dort nicht viel Polizei. Ich entschied, diese Trikot-Geste zu erfüllen. Es ist mir klar, dass dies nicht der richtige Weg für die Zukunft ist", sagte Rietiker, der ein Umdenken in der Strafverfolgung fordert.

"Hier sind die Politik und der Verband gefragt. Bei uns werden Autosünder härter bestraft als Hooligans. Meine Reaktion gestern war richtig", stellte er klar. Zürich muss nach einer katastrophalen Saison mit nur fünf Siegen aus 33 Spielen den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der frühere Bundesligaspieler und -trainer Thorsten Fink war im März als Coach entlassen worden.

(sid)

Wenn man über rechts kommt, muss die hintere Mitte links wandern, da es sonst vorn Einbrüche gibt.

— Karl-Heinz Rummenigge