Sprüche & Zitate

Starke Sprüche, aber Riera kämpft in Frankfurt gegen Horror-Zahlen…

von Carsten Germann06.02.2026 | 13:45 Uhr
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Foto: Imago

Am Freitagabend ist es soweit: Auftakt in den 21. Spieltag der Bundesliga und Debüt für den neuen Frankfurt-Trainer Albert Riera (43) im Spiel der Eintracht beim 1. FC Union Berlin. In seiner ersten Pressekonferenz lieferte der Spanier ein Sprüche-Feuerwerk wie noch kein anderer spanischer Trainer in der Bundesliga. Doch Riera kämpft in Frankfurt auch gegen Horror-Zahlen an…

Das hätte es bei Pep Guardiola (55) nicht gegeben. Und bei Xabi Alonso (45) auch nicht. Die spanischen Erfolgstrainer der Bundesliga führten sich fast demütig ins Figuren-Gemälde der deutschen Eliteliga ein.

„Grüß Gott“, so begann Pep Guadiola seine Vorstellung im Sommer 2013 in München.

Und er wusste um die Bedeutung seines neuen Klubs FC Bayern München: „Es ist seine Geschichte und es ist für mich ein Glück hier zu sein.“

Dann schloss sich der Pep Manchester City an, wo er seit 2016 ebenfalls von Erfolg zu Erfolg eilt.

Pressekonferenzen mit Pep und Xavi machten Spaß, aber Riera ist ein Natur-Ereignis

Xabi Alonso übernahm Bayer Leverkusen in der Abstiegszone – und machte die Bayer-Elf 2024 erstmals zum Deutschen Fußballmeister. Er wurde 2023/2024 mit den Rheinländern ungeschlagen Deutscher Meister und gewann mit Florian Wirtz, Granit Xhaka und Co. das erste „Double“ der Vereinsgeschichte.

  • Kein anderer Trainer holte mit Bayer Leverkusen drei Titel (Meister, DFB-Pokalsieger, DFL Supercup-Sieger).

Riera in Frankfurt: „Ich sage den Spielern, sie sollen vom Balkon springen.“

Seine Sprüche („Ich bin tranquillo.“) waren markant, Pressekonferenzen mit Xabi – und unser Redakteur war mehrfach live dabei – machten Spaß. Nach seinem letzten Statement in der Meister-Saison gab es am 18. Mai 2024 nach dem 2:1 gegen den FC Augsburg stehende Ovationen für den Spanier. Unvergesslich.

Doch Albert Riera stellt seine beiden Landsleute klar in den Schatten.

  • Seit Klaus Toppmöller (,,Bye, Bye, Bayern!") und Christoph Paul Daum (2011) hat kein Eintracht-Trainer mehr so von der Kanzel gedonnert wie der Spanier. 

50 Minuten Albert Riera in Frankfurt – und es ging gleich rund. „Ich werde ihnen morgen sagen: ‚Wir springen da vom Balkon', und sie werden springen. Sie werden es glauben“, sagte Riera zum Thema „Überzeugungskraft“, Wie? Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einen Zauberstab. Aber vertrauen Sie mir, ich werde es tun. Meine Spieler werden mir folgen. Sie sind mir immer gefolgt.“

Eintracht Frankfurt: Die Ziehung der Horror-Zahlen

Gut, hoffen wir mal, dass seine Spieler nicht direkt vom Balkon springen und dass sie es schaffen, die Horror-Zahlen der letzten Wochen in Berlin irgendwie auszublenden.

Die SGE hat das Kämpfen verlernt!

  • Gegen Bayer Leverkusen (1:3) gewann die Mannschaft, die zum letzten Mal von Dennis Schmitt und „Fußballgott“ Alexander Meier betreut wurde und dabei null Punkte holte, nur 41 Prozent der Zweikämpfe.
  • Kein Bundesliga-Team ist nach 20 Spieltagen zweikampfschwächer als die Eintracht, die nur 47,3 Prozent ihrer direkten Duelle auf der Habenseite hat.
  • In Sachen Gegentoren ist Frankfurt längst das schlechteste Team der Liga!
  • 45 Gegentreffer mussten der immer noch unsicher wirkende Kaua Santos und sein Vertreter Michael Zetterer hinnehmen.
  • Die vergangenen fünf Liga-Spiele brachten immer drei Gegentore für die Eintracht.
  • Das gab es in der ruhmreichen BL-Geschichte der „Adler“ nur einmal: Vom achten bis zum 12. Spieltag der Saison 1976/77.
  • Diese schloss der hessische Bundesligist auf Rang vier ab.

Es geht aber immer noch schlimmer.

  • Eintracht Frankfurt kassierte in elf Spielen dieser Saison immer mindestens drei Tore, das ist neuer Vereins-Negativ-Rekord.
  • Die Spielzeiten 1984/85 (Rang 13 / 67 Gegentore) und 2000/2001 (Platz 17, Abstieg / 68 Gegentreffer) sind bereits nach dem 20. Spieltag der aktuellen Saison als Rekordmarken abgelöst.

„So wenig wie möglich mit Torhüter spielen“

Rieras Ansage zur Torhüter-Frage wirkte angesichts dieser Zahlen unfreiwillig komisch: „Ich werde meine drei Torhüter zu mir nehmen und fragen: ‚Wer wird uns helfen zu gewinnen?‘ Derjenige, der am überzeugendsten sein wird, wird spielen. So einfach ist das. Ich spiele nicht gerne mit dem Torhüter. Ich bin kein Coach, der den Torhüter viel einsetzt. Nach vorne, nach vorne, nach vorne! Also müssen wir versuchen, so wenig wie möglich mit dem Torhüter zu spielen.“

Nun, das Gefühl hatten wir zuletzt auch…