Bundesliga 2007/2008 - Sa., 09.02.2008 - 15:30 Uhr
1:3
HZ - 1 : 2

Meister auf Talfahrt

An ihm war Stuttgarts Pleite nicht festzumachen: Bundesligadebütant Sven Ulreich

An ihm war Stuttgarts Pleite nicht festzumachen: Bundesligadebütant Sven Ulreich

An ihm war Stuttgarts Pleite nicht festzumachen: Bundesligadebütant Sven Ulreich

Der VfB Stuttgart verpatzte den Start in die Rückrunde gehörig. Nach der 1:4-Pleite am vergangenen Wochenende gegen Schalke 04 setzte es im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin eine bittere 1:3-Niederlage. Hertha BSC zeigte sich dagegen vom schwachen Rückrundenauftakt (0:3 gegen Frankfurt) gut erholt.

VfB-Trainer Armin Veh sorgte vor dem Spiel für eine überraschende Personaländerung: Der erst 19-Jährigen Sven Ulreich ersetzte den zuletzt außer Form spielenden Stammtorhüter Raphael Schäfer. Hertha begann engagiert und schon nach sechs Minuten konnte sich Ulreich nach einem scharfen Freistoß von Patrick Ebert erstmals auszeichnen. Doch eine Minute später war auch Ulreich machtlos. Herthas Torjäger Marko Pantelic setzte sich im Strafraum geschickt gegen den zurückhaltenden Andreas Beck durch und vollendete mit einem präzisen Schuss ins lange Eck. Der VfB zeigte sich beeindruckt und fand nicht ins Spiel. Die Angriffsaktionen blieben zumeist Stückwerk, es fehlte an Ideen aus dem Mittelfeld. Berlin erwies sich gegenüber dem Frankfurt-Spiel stark verbessert, tat aber nach der frühen Führung nicht mehr als nötig. Das wurde kurz vor der Pause bestraft. Ein langer Ball von Cacau erreichte den bis dahin unsichtbaren Nationalstürmer Mario Gomez und der streichelte den Ball per Kopf in die lange Ecke (41.). Ein unverdienter Ausgleich, der nicht lange währte. Noch vor der Pause gelang Hertha wieder die Führung. Erneut war Pantelic der Schütze. Diesmal von der linken Seite kommend ließ er VfB-Kapitän Fernando Meira aussteigen und schob den Ball dem herauseilenden Ulreich durch die Beine (45.).

Armin Veh konnte seiner Mannschaft zumindest kämpferisch nicht den Willen absprechen: „Wir wollten aggressiv zu Werke gehen. Das hat in der ersten Halbzeit zum Teil noch geklappt“, sagte der VfB-Trainer nach dem Spiel. Doch auch in der zweiten Hälfte konnte der VfB sich nicht steigern. Im Gegenteil: „Nach dem 1:3 waren wir nicht mehr in der Lage, Struktur ins Spiel zu bringen“, erklärte Veh. Dabei war nach der Pause zunächst zu spüren, dass sich die Stuttgarter noch etwas vorgenommen hatten. Doch die Bemühungen wurden im Keim erstickt. In der 49.Minute war es der Brasilianer Raffael, der nach einer schönen Kombination über den nach der Halbzeit eingewechselten Mineiro mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position zum vorentscheidenden 3:1 traf. Hertha hatte zuvor in acht Auswärtsspielen sieben Niederlagen einstecken müssen, doch nun hatte die Favre-Elf eindeutig Oberwasser und hätte bei weiteren Chancen von Pantelic (51., 57.) und dem serbischen Neuzugang Gojko Kacar (54.) den Vorsprung ausbauen können. Allein der junge Torhüter Ulreich konnte sich auf Seiten des VfB auszeichnen und verhinderte eine noch höhere Pleite des amtierenden Deutschen Meisters. Zu allem Überfluss sah Innenverteidiger Matthieu Delpierre in der 81. Minute nach einem taktischen Foul im Mittelfeld noch die Gelb-Rote Karte und fiel für das Spiel gegen den MSV Duisburg aus. Der VfB Stuttgart, der sich immer weiter von seiner Meisterform aus der vergangenen Saison entfernte, rutschte ins trostlose Mittelfeld der Tabelle.

Bastian Henrichs

Wir nähern uns jetzt dem Punkt im Spiel, der der Dreh- und Angelpunkt sein kann, muss aber wohlgemerkt nicht der Kulminationspunkt sein.

— Wilfried Mohren