„Zwerghuhn“-City im Finale

von Günther Jakobsen14:11 Uhr | 24.01.2013

Beide Halbfinalfavoriten des Capital League Cups schieden aus. Aston Villa scheiterte daran, Viertligist Bradford City den 3:1-Hinspielerfolg abzujagen und auch der FC Chelsea konnte die 0:2-Pleite gegen Swansea nicht mehr wettmachen.

Rund 6.000 Fans hatten Viertligist Bradford City begleitet, um ihre „Bantams“ (Zwerghühner) im Rückspiel bei Aston Villa zu unterstützen. Und sie hatten Grund zum Jubeln. Zwar unterlag man dem Premier-League-Klub mit 1:2, doch der 3:1-Hinspielsieg genügte in der Addition, um die Sensation perfekt zu machen und sich für das Capital-One-Cup-Finale im Wembley-Stadion zu qualifizieren. Zuletzt hatte anno 1962 ein viertklassiger Verein (AFC Rochdale) dieses Kunststück vollbracht. Aston Villa gestaltete die Partie deutlich überlegen und konnte durch Benteke eine zeitige Führung vorlegen (24.), hätte jedoch weitaus mehr aus seinen Chancen machen müssen. Als Hanson nach einem der seltenen Gegenangriffe der „Bantams“ im Anschluss an eine Ecke den 1:1-Ausgleich markierte (55.), verschlechterten sich die Aussichten der „Villans“ erheblich. Es reichte nur noch zum 2:1-Siegtreffer durch Weimann (89.) - doch das war zu wenig. Ärgerlich für Aston Villa auch, ein Angebot Bradfords abgelehnt zu haben. Der Viertligist offerierte - nach seinem 3:1-Hinspielerfolg - eine Fifty-Fifty-Teilung der Finaleinnahmen (geschätzt ₤ 1 Mio.), egal wer von Beiden weiterkäme. Aston Villa wollte nicht.

„Wir konnten nicht die klaren Chancen herausspielen, die wir brauchten. Genau wie im Hinspiel“, musste Chelseas Coach Rafa Benitez auf der Pressekonferenz einräumen. Das 0:0-Unentschieden bei Swansea City entsprach dem Spielverlauf und bedeutete das Pokal-Aus der „Blues“, deren vorangegangene 0:2-Pleite auf eigenem Platz letztendlich den Ausschlag gab. Unrühmliches „Highlight“ der Nullnummer im Liberty Stadium war der Platzverweis von Chelsea-Akteur Hazard (79., Rote Karte). Als ein Balljunge, zugegeben unsportlich, das Spiel verzögerte und sich vor dem Belgier sogar auf den Ball warf, verlor Hazard die Beherrschung und trat dem 17-Jährigen beim Versuch den Ball freizuspielen in die Rippen.
Swansea erreichte zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein so genanntes „Major final“. Manager Brian Laudrup dachte in diesem großen Moment aber auch an den kommenden Gegner: „Für uns ist ein kleines Märchen wahr geworden, aber was Bradford erreicht hat ist einfach unglaublich.“



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