"Alles in die Waagschale werfen ..."

von Günther Jakobsen16:12 Uhr | 26.04.2013

Das direkte Duell der Europapokalaspiranten Schalke/HSV schließt die 31. Runde ab. Vorher versucht Greuther Fürth, den drohenden Abstieg weiter hinauszuzögern und die vier anderen gefährdeten Teams ihre Lage zu verbessern.

Greuther Fürths Coach Frank Kramer deutete an, im Freitagsspiel gegen Hannover 96 auf die Elf des vorigen Spiels zurückzugreifen: „Ich habe keinen Grund gesehen, den 18er Kader aus dem Derby zu ändern.“ Die Gäste werden wegen Verletzungsproblemen in der Defensive zwangsläufig umstellen müssen, stehen laut Mirko Slomka aber auch in der Pflicht, besser als zuletzt aufzutreten: „Wir wollen das vergessen machen, um unseren Fans und auch uns selbst einen guten Saisonausklang zu ermöglichen.“ Von ihren Saisonzielen sind sowohl die Fürther (Klassenerhalt) als auch die „Roten“ (Europa League) weit entfernt.

Hoffenheim (gegen Nürnberg) und Augsburg (gegen den VfB Stuttgart) stehen in ihren jeweilig vorletzten Heimspielen immer noch mit rechnerisch intakten Chancen da, die Klasse - zumindest über die Relegation - halten zu können. 1899 will, so Markus Gisdol, „Alles in die Waagschale werfen“, um gegen den Club zu bestehen. Die Erfolgsserie der Gäste nötigt Hoffenheims Übungsleiter allerdings Respekt ab: „Der FCN hat sich in der Rückrunde extrem stabilisiert.“ FCA-Coach Markus Weinzierl erinnert an das letzte Heimspiel: „Wir müssen mit Geduld auf Sieg spielen und eine Leistung abrufen wie vor zwei Wochen gegen Frankfurt. Wir wollen wieder den Funken vom Platz auf die Ränge überspringen lassen …“ Auf sein lautstarkes Heimpublikum hofft auch Fortuna Düsseldorf. Im Westschlager gegen Borussia Dortmund kann die Fortuna eventuell damit rechnen, dass der BVB einige Champions-League-Akteure schont. „Egal, welche elf Spieler auf dem Platz stehen, der BVB würde mit jedem Team ganz oben mitspielen“, relativiert Norbert Meier jedoch einen etwaigen Vorteil der Fortunen, die lediglich noch drei Punkte von Platz 16 trennen. Ein wenig besser steht noch Werder Bremen da. Personalprobleme (De Bruyne angeschlagen/Arnautovic und Elia wurden aus disziplinarischen Gründen vorläufig suspendiert), Formschwäche und die schwere Auswärtshürde in Leverkusen lassen jedoch kaum erwarten, dass sich die Lage der „Grünweißen“ verbessert. Über Freiburgs Außenseiterrolle in München muss ebenfalls schwerlich diskutiert werden, während die Partie Wolfsburg vs. Gladbach völlig offen scheint. „Zuhause haben wir bislang noch nicht so gut gespielt, auswärts war das wesentlich besser. Dieses Gesicht wollen wir auch unseren eigenen Fans zeigen“, appelliert Klaus Allofs an die mit 37 Punkten praktisch gesicherten „Wölfe“, gegen die noch gut auf Europapokal-Kurs liegenden Gäste eine konzentrierte Leistung abzuliefern.

Für den FSV Mainz dürfte es schwer werden, sich noch auf das Punkt-Niveau der Europa League-Ränge heranzukämpfen. Thomas Tuchel fordert deshalb für den Saisonrest eine verstärkt ergebnis-orientierte Spielweise: „Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, dass wir mehr Spiele gewinnen als verlieren wollen. Jetzt haben wir noch vier Spiele Zeit, die Bilanz wieder umzudrehen.“ Vor dem Match gegen Frankfurt stehen derzeit den zehn Siegen elf Niederlagen der 05er gegenüber. Tabellarisch vier Plätze getrennt, rechnerisch jedoch nur zwei Punkte voneinander entfernt, treffen sich AufSchalke die „Königsblauen“ und der Hamburger SV zu einem viel versprechenden Ausklang des 31. Spieltages. Bei den Gastgebern glimmt die leise Hoffnung, dass Huntelaar bei diesem Duell sein Comeback geben könnte.



Diese Frage ist selbst auf Deutsch schwer zu beantworten.

— Bundestrainer Erich Ribbeck auf die Frage einer englischen Journalistin, wie der deutsche Fußball zur EURO 2000 wieder in Form kommen kann.