Im Norden und Nordosten suchen die Teams nach jeweils zwei Spieltagen noch nach Orientierung, auch die Staffeln West und Südwest sind nach jeweils drei Runden noch nicht gefestigt. Anders die Lage in der Regionalliga Bayern, wo der FCB II unantastbar scheint.
Von den drei Aufsteigern in die Regionalliga Nord stand der SV Eichede nach dem zweiten Spieltag am besten da. Vor eigenem Publikum fuhr man den ersten Saisonsieg und damit die ersten Punkte ein; Husenis Doppelpack bescherte das 2:1-Erfolgserlebnis gegen Viktoria Hamburg. Eintracht Norderstedt rettete immerhin nach zweimaligem Rückstand noch einen Zähler im Spiel gegen den BV Cloppenburg. Auch hier tat sich ein Akteur (Lüneburg, 31. und 46.) mit einem Doppelpack hervor. Die U23 Eintracht Braunschweigs startete schlecht. Nach dem 0:2 beim VfB Oldenburg endete auch die Heimvorstellung gegen Weiche Flensburg negativ (0:1). Vizemeister TSV Havelse musste einen frühen Dämpfer akzeptieren. Im Gastspiel beim BSV Rehden, den man in der vorigen Saison zwei Mal bezwang, setzte es eine 0:2-Niederlage. „Ich denke, dass diese Niederlage unnötig ist, wenn man sieht, wie wir in der zweiten Halbzeit agiert haben“, meinte der neue TSV-Trainer Christian Benbennek. Rehden nutzte seine Vorteile im ersten Spielabschnitt aus und sicherte den Erfolg durch Treffer von Hirooka (19.) und Kifuta (39.) ab.
Da zwei Partien des ersten Spieltags verlegt wurden, stellte sich das Tabellenbild der Regionalliga Nord/Ost am zweiten Spieltag nur unvollständig dar. Die Zweite Union Berlins sowie der vorige Drittligist SV Babelsberg konnten sich allerdings mit weißer Weste - sprich: jeweils sechs Punkten - an der Spitze präsentieren. Am entgegen gesetzten Ende des Rankings fiel der Start für Lokomotive Leipzig und den VFC Plauen ausgesprochen unerfreulich aus. Die Leipziger kassierten nach dem knappen Auswärts-0:1 bei Babelsberg eine noch schmerzhaftere 1:3-Schlappe auf eigenem Platz gegen Meuselwitz. „In der ersten Halbzeit fanden wir gar nicht statt, ich habe keine Torchance gesehen“, meinte der enttäuschte Trainer Carsten Hänsel. Plauen startete mit zwei 2:4-Pleiten in die Punktspielserie (gegen Union und Jena).
In der Staffel West schnellten mit dem FC Schalke II und den Sportfreunden Lotte zwei Teams gleich wieder an die Spitze (jeweils sieben Zähler), die auch in der vergangenen Saison oben rangierten. Am dritten Spieltag tat Lotte etwas für sein Torverhältnis, indem man den SC Wiedenbrück mit 4:1 in die Schranken wies. Das unerfreulichste an dieser Partie war für die Gäste jedoch der Schienbeinbruch ihres Kapitäns Rogowski, dem eine längere Auszeit bevorsteht. Die Schalker setzten sich in dieser Runde glatt mit 4:0 gegen die SSVg Velbert durch. Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah steuerte einen Treffer für die „Knappen“ bei.
Drei Spieltage wies auch die Regionalliga Südwest aus, mit dem Anblick zweier verlustpunktfreier Teams an der Spitze. Ganz oben setzte sich die U23 des FSV Mainz fest, die alle ihre Partien auch mit deutlichem Vorsprung für sich entschied. Zuletzt überzeugten die 05er mit einem 4:0 beim SV Waldhof. „Vielleicht waren es am Ende ein oder zwei Tore zu viel, der Sieg aber dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdient“, fand FSV-Coach Martin Schmidt. Eher minimalistisch spielte sich die SG Sonnenhof Großaspach nach vorn: Alle drei Partien entschied man für sich, indem man einen Treffer mehr als der Gegner erzielte.
Die Dominanz des FC Bayern II in der Regionalliga Bayern droht die Liga zu ersticken. Nach dem siebten Spieltag stehen die von Erik ten Hag betreuten „Roten“ mit ihren 21 Punkten bereits acht Zähler vor dem derzeit härtesten Verfolger Greuther Fürth II. Eventuell könnte Eintracht Bamberg (6 Spiele/13 Punkte) noch etwas näher heranrücken, eine ernsthafte Konkurrenz erscheint zu diesem Zeitpunkt indes nicht existent. Auch das Torverhältnis (23:3) spricht für sich. Der Titelverteidiger TSV 1860 München II repräsentiert nur Mittelmaß. Nach dem 3:3-Remis in Memmingen belegten die „Löwen“ nur Platz 11. „Wir - auch ich - müssen uns hinterfragen, wieso wir schon mehrmals in den ersten 45 Minuten nicht richtig ins Spiel gekommen sind“, gab sich TSV-Übungsleiter Torsten Fröhling etwas ratlos.
Auch die Schiedsrichterassistenten an der Linie haben heute ganz ordentlich gepfiffen.
— Wilfried Mohren