"Nicht nur einbetonieren ..."

von Günther Jakobsen14:48 Uhr | 11.09.2015

Am vierten Spieltag könnten etliche Neuverpflichtungen in die Saison eingreifen. Mönchengladbach hofft darauf, dass das Comeback eines Stammspielers die Stabilität verbessert.

Bei Borussia Mönchengladbach entstehen Befürchtungen, einen ähnlichen Fehlstart wie der BVB hinzulegen, der in der vergangenen Saison erst in der Rückrunde Fuß fasste. Am Freitagabend fehlen im Spiel gegen den Hamburger SV zudem mit Herrmann, Xhaka, Dominguez und Johnson immerhin vier wichtige Akteure. Das Comeback von Stranzl (Lucien Favre: "Martin hat seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr gespielt. Trotzdem ist er sowohl als Führungsspieler als auch als Abwehrchef sehr wichtig für die Mannschaft") hellt die personelle Lage ein wenig auf. Gästecoach Bruno Labbadia, dem fast der gesamte Kader zur Verfügung steht, wird wohl Neuzugang Hunt einbauen.

Die fünf noch ungeschlagenen Manschaften treten alle am Samstag an. Als einziger aus dieser Riege genießt der FC Bayern Heimrecht. Die Münchner erwarten den FC Augsburg, der sich im Mai noch eines 1:0-Erfolges im Olympiastadion erfreute, derzeit aber Probleme hat, in die Spur zu finden. Beim FCB könnte das Bundesliga-Debüt von Flügelstürmer Coman anstehen. Dortmund (bei Hannover 96), Wolfsburg (beim FC Ingolstadt), Köln (bei Eintracht Frankfurt) und auch Aufsteiger SV Darmstadt (in Leverkusen) wollen auswärts punkten. "Wir dürfen uns nicht nur einbetonieren", setzt "Lilien"-Trainer Dirk Schuster darauf, dass sein Team in der BayArena nicht unter Dauerdruck gerät. Leverkusens Stürmer-Neuzugang "Chicharito" Hernandez nimmt zunächst auf der Bank Platz: "Ich würde ihm keinen Gefallen tun, ihn direkt von Anfang an spielen zu lassen", will Roger Schmidt den Mexikaner behutsam einbauen.
Hertha BSC empfängt den VfB Stuttgart. "Weil sie keinen Punkt geholt haben, könnte es sein, dass sie mit einem anderen System herkommen ...", rechnet Pal Dardai damit, dass er während des Spiels gegen die Schwaben eventuell umstellen muss. Eine personelle Veränderung bei den Berlinern ist bereits vorab klar: Weiser ersetzt den verletzten Pekarik. Dardais Erwartungen auf einen veränderten VfB werden durch Alexander Zornigers Aussagen gestützt: "Wir haben uns nochmals intensiv mit den bisherigen Begegnungen beschäftigt und unsere Konsequenzen daraus gezogen", erklärte der VfB-Coach. "Wir haben nachjustiert. Unseren Weg werden wir aber nicht verlassen."

Den Weg zurück nach Bremen schlug Claudio Pizarro ein, dem Viktor Skripnik Chancen einräumte, am Sonntag beim Gastspiel in Hoffenheim dabei zu sein. Den schlechten Hoffenheimer Saisonstart (1 Punkt) will Werders Trainer nicht überbewerten: "Die TSG hatte kein einfaches Auftaktprogramm: Leverkusen, Bayern und gefühlten 40 Grad in Darmstadt."
Schalke muss fortan ohne den nach Wolfsburg abgewanderten Draxler auskommen (André Breitenreiter: "Na klar, wir haben einen Stück weit an Qualität verloren"), will nichtsdestotrotz gegen den FSV Mainz jedoch alle Punkte einsammeln: "Wir wollen unbedingt gewinnen. Das ist unser klares Ziel." Gästetrainer Martin Schmidt gibt die Favoritenrolle gern an die Schalker ab. "Aber uns liegen Spiele, in denen wir nichts zu verlieren haben", blitzt der Ehrgeiz des Schweizers durch. Neuverpflichtung Jhon Córdoba (Schmidt: "Das ist ein mächtiger Kerl mit Muskeln ohne Ende") könnte eingewechselt werden.



Mir sin noch net im Finale, mir müsset erst Fußball spiele!

— Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, vor dem Pokal-Halbfinale beim Hamburger SV (3:1) in der ARD.