Zehn Spiele, ein einziger Punkt: Hoffenheims Bundesligabilanz gegen Leverkusen gleicht - in Umkehr eines gebräuchlichen Denkspruchs - einer schwarzen Weste. „Bayer ist kein Angstgegner. Wir sind hier in einer neuen Konstellation. Leverkusen ebenfalls“, lässt 1899-Coach Markus Gisdol jedoch die Vergangenheit vor dem Freitagsmatch nicht gelten. Nichtsdestotrotz zählt er den Gegner zum Elitekreis der Liga: „Wir brauchen einen Spitzentag, um etwas zu holen“.
Die drei Tabellenletzten feilen am Samstagnachmittag daran, ihre Lage zu verbessern. Schlusslicht Eintracht Braunschweig genießt dabei Heimrecht (gegen Schalke), während Freiburg und Nürnberg auswärts antreten. Ein Doppelpack-Hoffnungsschimmer der personellen Art wird aus Freiburg vermeldet: „Es könnte schon sein, dass beide im Kader für das Spiel in Bremen sind“, stellt Christian Streich in Aussicht, die tschechischen Neuzugänge Pilar und Darida, die wegen Verletzungen bisher nicht zum Zuge kamen, erstmals einsetzen zu können. In Bremen trifft Streich auf einen alten Bekannten: „Wir haben die vier Jahre ganz hervorragend zusammengearbeitet“, erinnert sich Werder-Coach Robin Dutt an die Zeit zurück, als er beim SCF als Chefcoach mit Streich als Assistent wirkte. Vom aktuellen Tabellenstand der Breisgauer will sich Dutt nicht blenden lassen: „Die Freiburger haben in der Vergangenheit schon viele kritische Situationen gemeistert“. Der 1. FC Nürnberg konnte nach der Trennung von Michael Wiesinger noch keinen neuen Chefcoach verpflichten, interimsweise betreut deshalb U 23-Trainer Roger Prinzen die Franken beim Gastspiel in Frankfurt. „Für mich ist es eine Herausforderung. Ich bin dankbar, dass mir diese Aufgabe übertragen wurde“, freut sich Prinzen auf sein Erstligadebüt.
Der FC Bayern und Borussia Dortmund erwarten Gästeteams, denen kein ausgeprägter Auswärtserfolg anhängt. Der FSV Mainz, in München vorstellig, erwarb den einzigen Auswärts-Dreier in seiner starken Saisonauftakt-Phase, bei den noch unsortierten Freiburgern. Seinerzeit spielte schon Nicolai Müller groß auf, dessen Außenbandverletzung einen Einsatz gefährdet. „Wenn er am Samstag humpeln kann, dann spielt er“, will Thomas Tuchel auf den torgefährlichsten 05er möglichst nicht verzichten. Der BVB trifft mit Hannover 96 auf einen Gast, der - bei zugegeben schwerem Programm (Gladbach, FCB, Leverkusen) - überhaupt noch nichts von seinen Reisen mitbrachte. In der Offensive drückt die „Roten“ der Schuh (Ya Konan verletzt, Dioufs Einsatz fraglich), allerdings ist die Ausfallliste der „Schwarzgelben“ noch umfangreicher. „Wir werden eine gute Mannschaft hinkriegen“, ist sich Jürgen Klopp dennoch sicher. Im Spätspiel Hertha BSC vs. Mönchengladbach kommt es möglicherweise zum Kurzzeit-Bruderduell der Brasilianer Ronny und Raffael, da Erstgenannter bislang vornehmlich als Einwechselspieler auftrat (fünf Mal). Von Bedeutung ist diese Partie für beide Klubs, um sich in den Europapokalrängen zu stabilisieren.
Zwei Mittelfeldduelle stehen am Sonntag auf dem Programm. Sollte Bert van Marwijks HSV-Heimpremiere gegen Stuttgart allerdings nicht mit einem Sieg enden, könnten die Hamburger schnell wieder dem Tabellenkeller angehören. „Wir müssen alle eine positive Ausstrahlung haben. Das gilt für den Pressesprecher wie für den Zeugwart“, will van Marwijk neben sportlicher Neuausrichtung auch eine umfassende Änderung in den Köpfen erreichen. In seiner kurzen Erstligahistorie brauchte der FC Augsburg noch keine Niederlage gegen den VfL Wolfsburg hinnehmen (2 Siege, 2 Remis). Gemessen an der Auswärtsschwäche der „Wölfe“ - vier Spiele, vier Niederlagen - spricht einiges dafür, dass diese Serie hält. Auch die Ausfälle von Träsch und Koo verschlechtern die Erfolgsaussichten des VfL, von dem Dieter Hecking angesichts der 0:2-Derbypleite gegen Braunschweig jedoch „eine Reaktion“ erwartet.
Ich brauche vor jedem Spiel einen mexikanischen Feuertopf von meiner Frau.
— Andreas Brehme zum Thema ,,Aberglaube unter Fußballprofis".