Der Widerspruch in Roberto Di Matteos Kommentar erklärt sich durch den Spielverlauf, der Schalke einen völlig unerwarteten 4:3-Sieg in Madrid bescherte, aufgrund der 0:2-Hinspielniederlage jedoch das Aus im Wettbewerb brachte. Zur selben Zeit warf der FC Porto den FC Basel problemlos aus dem Rennen.
Frustrierte Verlierer und frustierte Gewinner: Das Achtelfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid und Schalke, ein tor- und abwechslungsreiches 3:4-Spektakel, hinterließ eine nicht alltägliche Stimmungslage. Auf Seiten der Schalker Außenseiter war man zurecht erfreut über die eigene Leistung und halbwegs verblüfft über die Vielzahl eigener Treffer. "Es ist ein bisschen enttäuschend, dass es nicht geklappt hat", schimmerte in den Worten von Doppeltorschütze Klaas-Jan Huntelaar aber auch durch, dass nicht viel gefehlt hatte, die mutmaßliche Gesetzmäßigkeit komplett aus den Angeln zu heben. Wie knapp die Madrilenen dem Total-Absturz entrannen, räumte Carlo Ancelotti ein: "Wir standen bis zur letzten Minute unter Druck, alles hätte passieren können." Zweimal konnten die mutig aufspielenden Gäste durch Fuchs (20.) und Huntelaar (40.) vorlegen - jedesmal glich Real mit Kopfballtreffern Ronaldos aus (25./45.). Als Benzema das Leder durch den S04-Strafraum führte und auf 3:2 für die Gastgeber stellte, schien die Sache gedreht (52.). Ein sehr schön in den Winkel gezirkelter Ball des Schalke-Youngsters Sané (57.), sowie Huntelaars Kontertreffer aus der 84. Minute verliehen der Partie jedoch wieder Zündstoff. Den bekamen die Real-Stars obendrein noch nach dem Abpfiff als Zugabe von den Rängen, in Form von lauten Pfiffen und geschwenkten weißen Tüchern.
Mit einer vergleichbaren Dramaturgie konnte das Spiel Porto vs. Basel nicht dienen. Der FCB hatte trotz des 1:1-Remis vom Hinspiel keine so schlechte Grundlage - allein, die fußballerische Vorstellung der Schweizer war unzureichend. "Sie waren zweimal die bessere Mannschaft", gab Basels Trainer Paulo Sousa zu. Ein Freistoßtreffer Brahimis stabilisierte das Spiel der Gastgeber früh (14.), die kaum einmal in ernsthafte Schwierigkeiten gerieten. Porto erzwang seinen deutlichen 4:0-Erfolg ausschließlich mit Torschüssen, die außerhalb des Strafraumes abgefeuert wurden. Die größte Distanz wurde beim 3:0-Treffer überbrückt, den Casemiro als 25-Meter-Freistoß in die Maschen setzte (56.). Herrera (47.) und Aboubakar (75.) trafen aus dem Spiel heraus. "Wir haben gegen eine gute Mannschaft gut verteidigt und gut angegriffen, an diesem Tag kann ich stolz auf meine Jungs sein", packte der gut gelaunte Porto-Coach Julen Lopetegui den souveränen Erfolg in Worte.
Der Piontek war ein Draufgänger. Ein gerader, kerniger Typ. Sogar gespritzt hat er sich selbst.
— Werner ,,Acker" Weist, Werder Bremen, erinnert sich an Mitspieler Josef ,,Sepp" Piontek.