Bayerns Jubiläumssieg in der Königsklasse fand vor leeren Rängen statt, der Sprung an die Tabellenspitze entschädigte jedoch für den Auftritt in befremdlicher Atmosphäre. Schalke verpasste es im Wesentlichen aufgrund seiner suboptimalen Chancenverwertung, den erhofften Heimsieg gegen Maribor einzufahren.
Nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Austragungsort Khimki-Arena - ZSKA Moskau wurde wegen rassistischen Verhaltens seiner Fans mit einem "Geisterspiel" bestraft - kam der FC Bayern zu seinem zweiten Sieg und schnappte sich die Tabellenführung der Gruppe E (6 Punkte). Den einzigen Treffer der Partie markierte Thomas Müller, der in der 22. Minute einen Foulelfmeter (Fernandes brachte Götze zu Fall) souverän verwandelte. Müller verzögerte seinen Anlauf geschickt so lange, bis Akinfeev sich für eine Ecke entschied und dem Münchner den freien Einschussbereich anbot. Es war ein knapper, aufgrund der Spielanlage und Feldvorteile nicht unverdienter Sieg der Bayern, die allerdings davon profitierten, dass die Russen gute Konterchancen, vornehmlich in der ersten Halbzeit, nicht nutzen konnten. "Im Laufe des Spiels hätten wir noch das eine oder andere Tor mehr schießen sollen und können. Moskau war aber immer gefährlich bei Kontern. Wir haben die drei Punkte geholt, was anderes gab es hier nicht zu gewinnen", fasste der Torschütze die 90 Minuten zusammen. Parallel trennten sich Manchester City und AS Rom mit einem1:1-Unentschieden, wodurch die Italiener auf Platz zwei zurückfielen (4 Punkte). Der 38-jährige Francesco Totti wurde mit seinem Ausgleichstreffer (23.) zum ältesten CL-Torschützen.
Mit ihrem zweiten 1:1-Remis in der Gruppe G waren die Schalker weit weniger zufrieden, als mit ihrer ersten, in London eroberten Punkteteilung. "Wir wollten unbedingt drei Punkte holen. Wir sind gut ins Spiel gekommen und hatten viele Torraumszenen, dann kriegen wir nach einer Unachtsamkeit das 0:1", beschrieb Jens Keller die aus Schalker Sichtweise unglückliche Entwicklung gegen NK Maribor. Bohar stand im Schalker Strafraum am Elfmeterpunkt völlig frei, um einen Angriff der Slowenen in der 38. Minute abzuschließen. Ein krasser Abspielfehler der Gäste, Viler spitzelte das Leder dem an der 16er-Markierung lauernden Huntelaar in die Füße, rettete die Westdeutschen: Huntelaar versetzte noch einen Gegenspieler und traf flach ins linke Eck (56.). In der folgenden Viertelstunde hatte Schalke dann Möglichkeiten, das Spiel noch komplett zu kippen, blieb jedoch mit seinen Versuchen erfolglos. Die letzte Phase der Partie bot schließlich keine klare Torchance mehr. Punktgleich mit Maribor (je zwei Zähler) rangierte Schalke hinter Chelsea FC (4 Punkte). Die Briten hatten auswärts bei Sporting Lissabon mit 1:0 (34., Matic) gewonnen.
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— Frankfurts Torhüter-Idol Uli Stein über One-Hit-Wonder Lajos Detari.