Fernduelle um Platz zwei liefern sich Leverkusen und Dortmund, sowie Hoffenheim und Augsburg um Rang 16. Mit Gladbach und Hannover treffen zwei Europa League-Anwärter direkt aufeinander. Greuther Fürth reist mit neuem Trainer nach Bremen.
Ohne den gesperrten Spielmacher Diego muss der VfL Wolfsburg im Freitagsspiel gegen Fortuna Düsseldorf auskommen. „Andreas Lambertz kann auch nicht spielen. Also gleicht sich das wieder aus“, hält Gästecoach Norbert Meier dagegen. Da Wolfsburg aus seinen drei letzten Heimspielen lediglich einen Punkt holte, wäre ein Erfolg der „Wölfe“ für Dieter Hecking doppelt wichtig: „Ich hoffe, dass sich die Mannschaft jetzt zuhause freischwimmt.“
Zwei Partien des Samstags sind für den vorderen Tabellenbereich von besonderer Bedeutung: Das Gastspiel der Bayern bei Bayer Leverkusen sowie Dortmunds Heimspiel gegen den SC Freiburg. Am Münchner Titelerfolg zweifelt niemand mehr, Leverkusens angestrebte Vizemeisterschaft ist jedoch noch eine sehr fragile Angelegenheit. „Wir müssen unser Bestes zeigen und in allen Bereichen hundert Prozent abrufen. Wenn wir weniger machen, werden wir keine Chance haben“, muntert Teamchef Sami Hyypiä seine Elf auf, auch gegen den souveränen Tabellenführer die volle Punktausbeute anzupeilen. In eigener Sache, betreffs Aussagen zur Zusammenarbeit mit Coach Sascha Lewandowski, distanzierte sich Hyypiä von am Mittwoch und Donnerstag veröffentlichten Pressemeldungen: „Ich akzeptiere, dass es neben Lob auch immer Kritik gibt, aber nicht, dass meine Worte im Mund umgedreht werden.“ Der BVB, aktuell Zweitplatzierter der Liga, will diesen Platz natürlich nicht einbüßen. Und Jürgen Klopp gebraucht ein nahezu identisches Vokabular wie Hyypiä, um die Schwarzgelben auf die Breisgauer Gäste einzustimmen: „Alles unter 100 Prozent wird nicht reichen.“
Greuther Fürth müsste vermutlich mehr als 100 Prozent aufbringen, um den Ligaerhalt noch zu schaffen. Der neue Übungsleiter Frank Kramer weiß, dass Rechenspiele wohl wenig sinnvoll sind und appelliert deshalb vor dem Gastspiel in Bremen an die Moral: „Die Jungs sollen ihr letztes Hemd geben. Wir wollen nach der Partie in den Spiegel schauen und sagen: Wir haben alles getan, was wir konnten.“ Für 1899 Hoffenheim (gegen den FSV Mainz) und den FC Augsburg (beim Hamburger SV) setzt sich das Fernduell um Relegationsplatz 16 fort. Schalke will nach seinem Champions-League-Aus mindestens den gerade errungenen vierten Platz in der Liga verteidigen. Dabei wäre ein Auswärtsdreier in Nürnberg hilfreich, was laut S04-Manager Horst Heldt nicht leicht wird: „Der FCN wird alles versuchen, um die drei Punkte in Nürnberg zu behalten, und wir werden auch alles dafür tun, um als Sieger vom Platz zu gehen.“
Das erste Sonntagsspiel bestreiten zwei Mannschaften, die zuletzt nicht eben auf einer Erfolgswelle surften. Aufsteiger Eintracht Frankfurt dürfte dem Match gegen den VfB Stuttgart allerdings mit einer größeren Gelassenheit entgegen sehen als die Schwaben, den schon noch ein paar Punkte fehlen, um sich nach hinten abzusichern. Die Tabellennachbarn aus Mönchengladbach und Hannover, die den Spieltag abschließen, haben indes ein identisches Ziel: Den Anschluss an Rang 6 und damit einen Europa League-Startplatz zu halten. „Wir treffen noch auf sehr viele Gegner, die mit uns auf Augenhöhe sind. Hannover ist am Sonntag einer davon“, erklärt Lucien Favre. Gladbach kann ohne personelle Einschränkung antreten, den 96ern fehlen nach wie vor etliche Stammplatzkandidaten (Huszti, Eggimann, Felipe, Cherundolo, Andreasen).
Ich werde mit Markus Münch sicher mal ein Bier trinken, aber nicht gemeinsam in den Urlaub fahren.
— Hans Meyer