1899, Werder und Bayer siegten erstmals auswärts

von Günther Jakobsen22:04 Uhr | 26.09.2012

Zwei Kellerkinder konnten daheim erneut nicht punkten: Stuttgart (0:3 gegen Hoffenheim) und Augsburg (1:3 gegen Leverkusen) unterlagen hoch verdient. Bremen blieb nach dem 2:1-Erfolg weiter der Angstgegner Freiburgs, Hannover ließ ganz schwachen Nürnbergern keine Chance und Hamburg sich in letzter Sekunde den Dreier von Gladbach doch noch nehmen.

Im Südwest-Derby wurde der VfB Stuttgart erstmals von 1899 Hoffenheim besiegt. Nach dem 0:1 durch Usami (5.), der grandios durch die VfB-Deckung gedribbelt war, lief nichts mehr beim Tabellenvorletzten. Die Kraichgauer beherrschten durchgängig die Partie und vollendeten den sicheren Auswärtssieg durch Josule (47.) und Johnson (58.) völlig verdient.

Auch der FC Augsburg als Tabellenschlusslicht bekam im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen wenig gebacken. Das Tor von Kießling (7.) war zwar umstritten, denn mit bloßem Auge war nicht zu erkennen, ob der Ball tatsächlich die Torlinie überschritten hatte, doch die Werkself legte noch vor der Pause zweimal durch Wollscheid (39.) und Schürrle (44.) nach. Im zweiten Durchgang glückte dem FCA noch das 1:3 durch Werners Kunstschuss (51.), ansonsten war vom Angriff der Gastgeber aber wenig zu sehen.

Wie zumeist üblich holte Werder Bremen beim SC Freiburg die Punkte. Der Angstgegner der Schwarzwälder musste zwar nach einem Freistoßtor von Schmid (36.) einen Rückstand verkraften, doch Neuzugang Akpala (48.) und Hunt (59.) drehten die Partie zu Gunsten der Hanseaten. Am Ende spielte der SC noch ein aufopferndes Powerplay mit guten Torchancen, doch Werder überstand glücklich die brisante Schlussphase.

Den einzigen Heimsieg des Abends fuhr Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg ein. Die an diesem Tag indiskutable Abwehr des Clubs wurde zuerst durch Stindl (21.) geschockt und musste nach zwei Nilsson-Fehlern zwei weitere Treffer durch Huszti (29.) und Ya Konan (52.) hinnehmen. Ya Konan erzielte zudem noch das 4:0 (64.), ehe Chandler (73.) mit der Hilfe Torwart Zielers noch etwas Ergebniskosmetik gelang.

Weiter aufsteigende Tendenz lieferte über weite Strecken der Hamburger SV bei Borussia Mönchengladbach ab. Ein wunderbarer Schuss von van der Vaart (23.) brachte die Norddeutschen verdient in Front, doch Gladbach glich durch Stranzl aus (39.), der nachher selbst zugab, ein Foul vor seinem Treffer begangen zu haben. Kurz vor der Pause legte der HSV wieder vor (45., Rudnevs) und bekam die Chance, vom Elfmeterpunkt aus davon zu ziehen: Stranzl hatte Ilicevic beim vermeintlichen Foul zwar nicht berührt, sah aber dennoch den Roten Karton (54.). Den Elfer schoss van der Vaart allerdings nur gegen den Pfosten. In der verrückten Dramaturgie fehlte nur noch der Ausgleich für zehn Gladbacher in der Schlussminute - der tatsächlich fiel: Arangos Freistoßflanke verlängerte Dominguez in der Nachspielzeit per Kopf zum 2:2-Endstand.



Wenn die Presse kommt, sage ich mir: Nichtssagendes Gerede ist immerhin noch ehrlicher als vielsagendes Schweigen.

— Dr. Carlos Bilardo, Weltmeister-Trainer Argentiniens von 1986.