DFB-Team

2: 2 im Testlauf

von Günther Jakobsen15:20 Uhr | 26.03.2015

Im Vorfeld des nächsten EM-Qualifikationsspiels gönnte sich Joachim Löw im Freundschaftsvergleich mit Australien den Luxus, einiges auszuprobieren. Dass dieser Test mit einem 2:2-Unentschieden endete, war ebenso schmeichelhaft wie ohne echte Aussagekraft.

Langweilig war es nicht. Der personell wie taktisch experimentelle, eine Halbzeit währende 3-4-3-Auftritt der DFB-Elf gegen Australien bot ein ordentliches Maß an Torchancen an, zum Leidwesen Joachim Löws jedoch auch, und in nicht unerheblichem Umfang, für die Gäste. "In der Defensive hatten wir keinen richtigen Zugriff, wir hatten die Partie nie gänzlich im Griff", erkannte der Bundestrainer, der u.a. Comebacks der lange fehlenden Badstuber und Gündogan ermöglichte. Der Spielverlauf hätte durchaus eine Führung der Australier hergeben können, die schon in der Anfangsphase einige gefährliche Abschlüsse produzierten. Das erste Tor fiel indes auf der anderen Seite, als Reus einsatzfreudig in eine Flanke von Khedira rutschte und das Leder mit der Stiefelspitze über die Linie lenkte (17.). Allerdings hätte der Dortmunder in der 23. Minute erhöhen müssen, ließ sich aber, frei vor Australiens Schlussmann Ryan, von diesem entscheidend abdrängen und verzog. Den verdienten Ausgleich der Socceroos markierte Troisi noch vor der Pause - eine von links in den Rückraum geschlagene Flanke wuchtete der Stürmer per Kopf unhaltbar für Zieler in die Maschen (40.).

Nach Wiederanpfiff sorgten zwei Freistöße für Gefahr. Zunächst scheiterte Reus am gut reagierenden Ryan (48.); wenig später nutzte auf der Gegenseite Jedinak einen ruhenden Ball, um den Asienmeister mit 2:1 in Führung zu bringen (50.). Deutschland tat sich schwer damit, die Partie noch zu wenden, denn die Australier streuten immer wieder gefahrbringende Gegenstöße ein. Die gute Vorarbeit von Özil und Schürrle verschaffte Podolski schließlich die Chance, auf Ausgleich zu stellen - und der bei Inter Mailand momentan wenig erfolgreiche Stürmer nutzte sie (81.). In der Restspielzeit kurbelte der in der 73. Minute für Reus ins Spiel gekommene Podolski das Offensivspiel der Gastgeber an und verpasste mit Pech in der Nachspielzeit einen weiteren Treffer. Gästecoach Ange Postecoglu war mit dem Ergebnis und der Leistung seiner Mannschaft hoch zufrieden: "Es ist 10 Uhr morgens in Australien, die Leute werden gut gelaunt zur Arbeit gehen."

André Schulin



Es gibt immer einen da draußen, der härter trainiert und besser sein will als du.

— Pelé