Hertha-Krise: Leitl ratlos - Arbeitsauftrag von Weber und Reese

von Jean-Pascal Ostermeier | sid8 hours ago
Hertha-Krise: Leitl ratlos - Arbeitsauftrag von Weber und Reese
Foto: IMAGO/Contrast/SID/O.Behrendt

Der nächste Nackenschlag in der noch jungen Zweitliga-Saison ließ Geburtstagskind Stefan Leitl ratlos zurück. "Das ist echt schwer zu erklären, wenn du vor sechs Tagen ein Spiel spielst, das absolut okay ist - und gewinnen musst", konstatierte der Trainer von Hertha BSC nach der "absolut enttäuschenden" 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen die SV Elversberg "in der gleichen Konstellation" am Sky-Mikrofon. Eine frustrierende Niederlage, die von den Fans des selbsternannten Aufstiegskandidaten im Stadion mit lauten Pfiffen quittiert worden war.

Für Hertha-Sportdirektor Benjamin Weber eine "nachvollziehbare" Reaktion, hinken die Berliner doch ihren eigenen Ansprüchen weit hinterher. Der 42-Jährige war bemüht, den Blick nach vorne zu richten. "Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Das ist der Auftrag", sagte der 42-Jährige. Auf die Frage, ob der zunehmend unter Druck stehende Leitl diese Arbeit anleiten wird, reagierte er abwehrend. Sie sei "ein bisschen respektlos. Darauf werde ich nicht antworten", sagte der Sportdirektor.

Die Länderspielpause kommt den Berlinern nicht nur aufgrund der angespannten Personalsituation jedenfalls sehr gelegen, zehn Verletzte standen dem Hauptstadtklub gegen Elversberg nicht zur Verfügung. Jeder müsse "hinterfragen, was er bereit ist, für die Mannschaft zu geben", forderte Kapitän Fabian Reese: "Wir stehen hier Woche für Woche und rechtfertigen, warum es nicht geklappt hat. Aber wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um Dinge aufzuarbeiten."

Nach vier Spielen ist die Hertha weiter sieglos, zwei Punkte stehen zu Buche - und Platz 17. Gegen Elversberg blieben die Berliner zum dritten Mal in Folge ohne Tor, auf der anderen Seite sorgte Younes Ebnoutalib, bis Januar noch beim FC Gießen in der Regionalliga unter Vertrag, mit seinen ersten beiden Zweitliga-Treffern (5./59.) für Elversberger Jubel. Zu allem Übel sah Innenverteidiger Linus Gechter auch noch Gelb-Rot (77.).

Den Berlinern "fehlt aktuell ein Erfolgserlebnis", sagte Weber. Sich dieses nach der Länderspielpause im Auswärtsspiel bei Hannover 96 zu verschaffen, wird jedoch eine große Herausforderung. Die Niedersachsen sind mit drei Siegen aus drei Spielen als einziges Team der Liga perfekt gestartet. Für Torhüter Tjark Ernst hat die Mannschaft trotz der vielen Ausfälle noch "viel Qualität".

(sid)




Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!?

— Giovanni Trapattoni