Die ersten 45 Minuten verstrichen fast komplett ohne Strafraumszenen. Auch nach der Pause ließen die Defensivreihen nur wenig zu. Hannover konnte aus den geringen Möglichkeiten immerhin zwei Tore machen, Gladbachs Bemühungen reichten nur für einen Treffer.
Gladbach sicherte sich zunächst die größeren Spielanteile und gab auch den ersten Torschuss ab. Daems, durch Reus gut eingesetzt, musste aus 15 Metern aber mit seinem schwachen rechten Fuß abziehen - kein Problem für Zieler (15.). Allmählich rissen die „Roten“ dann die Initiative an sich. Das Manko: Klare Torchancen holten die Gastgeber nicht heraus. Die beste Möglichkeit ergab sich nach einem Ballverlust der Gladbacher, als Schlaudraff an der Sechzehnerlinie zum Abschluss kam. Dante brachte jedoch noch einen Fuß dazwischen und klärte zur Ecke (33.). Ein Distanzschuss von Schulz zischte einen halben Meter über die Querlatte (40.) - mehr war nicht drin an Möglichkeiten seitens der Gastgeber. Auch die Gladbacher bissen sich an der Abwehr des Gegners die Zähne aus und blieben ohne echte Torchance. Nordtveit schickte eine Direktabnahme aus 16 Metern ebenfalls ein Stückchen zu hoch über den Querbalken (35.). Die ersten 45 Minuten unterstrichen die defensiven Qualitäten beider Teams.
Ohne personelle Veränderungen ging es in die zweite Hälfte. Eine strittige Situation spielte sich in der 53. Minute ab, als Diouf nach Dantes Einsatz vergebens auf einen Elfmeterpfiff wartete. Die Szene war jedoch schnell abgehakt, da Ya Konan wenige Minuten später die 1:0-Führung erzielte. Rauschs Schussversuch aus 17 Metern wäre klar am Tor vorbei gegangen, aber Ya Konan schaltete schnell, erwischte den Ball und ließ ter Stegen aus fünf Metern keine Chance (57.). Vier Minuten später musste Gladbachs Keeper Kopf und Kragen riskieren, um gegen Diouf einen höheren Rückstand zu verhindern. Das 2:0 für Hannover war jedoch nur aufgeschoben: Aus der weitaus attraktiveren zweiten Halbzeit ragte der Kopfballtreffer Dioufs heraus, der durch die Spieleröffnung Pintos und Schlaudraffs Flanke perfekt vorbereitet war (77.). Der umgehende Anschlusstreffer Gladbachs - Nordtveit traf nach beherztem Antritt mit der Pike (78.) - hielt die Spannung jedoch aufrecht. Allerdings war nun Initiative seitens der Gäste gefragt und Hannover konnte sich auf seine stabile Defensive verlassen. Erst in der Nachspielzeit stand der Sieg ernsthaft auf der Kippe. Mit starken Paraden gegen Schüsse von Reus und Daems sicherte Zieler schließlich den Dreier ab.
André Schulin
Ich wette nur, wenn ich weiß, dass ich gewinne.
— Hannovers Boss Martin Kind, der auf einen Sieg von 96 gegen Hertha BSC gesetzt hatte.